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T. 1 (1908) Starkenburg
Entstehung
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(Plagioklas), Augit, Olivin und Magneteisen. Ausgedehnte Melaphyr- lager breiten sich im Osten und Nordosten von Darmstadt aus, am Glasberg, im Oberfeld. im Kranichsteiner Park und weiter im Walde nach Frankfurt und Offenbach zu; eine kleinere Partie liegt südöstlich von Darmstadt zwischen der Emmelinenhütte und Traisa, wo auch Amethystdrusen gefunden werden, ebenso wie in den Steinbrüchen am Glasberg. Die an letzterem Orte abgebauten Steine werden in Darmstadt schon seit langen Zeiten für den Haus- bau, jetzt vornehmlich für Fundamente verwendet; viele Häuser der Altstadt, sowie die alte Stadtmauer sind daraus erbaut.

Die stark vorgeschrittene Zersetzung und Verwitterung geben dem Gestein infolge der Umsetzung des Magneteisens in Eisen- oxyd eine rotbraune Farbe und überhaupt ein durchaus anderés Aussehen als es die frischen rheinhessischen Melaphyre zeigen, die schwarzblau und sehr fest sind. Aber gerade diese Zersetzung macht unsere Melaphyre so brauchbar zu Bauzwecken, im Gegen- satz zu jenen unverwitterten dunklen Gesteinen, die wegen ihrer dichten Struktur und ihrer Schwere zum Hausbau nicht zu ver- wenden sind.

Nach der Ablagerung des Rotliegenden mit seinen Melaphyren entstand eine ganze Reihe von Formationen Zechstein, Trias, Jura, Kreide die in unserem Gebiet vollständig fehlen, während sie in anderen Gegenden gebirgsbildend auftreten. Man kann sich das so erklären: Entweder sind diese Gesteine hier über- haupt nicht zur Ablagerung gekommen, weil zu der Zeit, als anderswo diese Schichten sich im Meere absetzten, unsere Gegend Festland war, oder sie sind, wenn jemals vorhanden, zerstört und ganz und gar weggeschwemmt worden(siehe auch S. 28).

Erst die Tertiärzeit brachte unserer Gegend wieder Sedi- mente, die noch an einigen Orten über dem Rotliegenden erhalten und aufgeschlossen sind, so am Karlshof b. Darmstadt(S. 11) und am Forsthaus Kalkofen b. Arheilgen. Die ganze übrige Decke ist wohl nach und nach zerstört und in die Grabenversenkung der oberrheinischen Tiefebene abgespült worden.

Die Gebilde der Diluvialzeit als Schotter, Kies, Lehm und Flugsand sind westlich von der durch die Stadt ziehenden grossen Verwerfungsspalte weithin ausgebreitet. Man unterscheidet unteres, mittleres und oberes Diluvium. Die untersten Schichten hat man bei den Fundamentierungsarbeiten der Martinskirche in Darm- stadt, sowie bei Bohrungen im östlichen Teil des Herrngartens in

einer Tiefe von 26 m unter dem Flugsand angetroffen. In der 2