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Gesteinsmassen,„Hängendes“ dagegen die über ihr nach oben folgenden.
Ein weit ausgedehntes rotliegendes Gebiet liegt um Darm- stadt von Traisa bis Sprendlingen und von hier weiter bis Dietzen- bach, Urberach, Gundernhausen und Rossdorf. Die rotliegenden Schichten kann man gut beobachten, wenn man vom Jagdhaus bei Kranichstein(b. Darmstadt) durch den Wildpark, den Rutzenbach entlang, nach der Westseite der Dachsberge geht, wo sie auf dem Granit unmittelbar aufliegen, ferner im oben erwähnten langen Einschnitt der Odenwaldbahn, sowie im zweiten Bahneinschnitt gegen Traisa zu.
Eine kleine durch ihre Lagerung interessante Partie des Rot- liegenden findet sich in geringer Tiefe— etwa ¾ m— unter dem Flugsande in einigen Strassen des südwestlichen Teiles von Darmstadt— Anna-, Eichberg- und Wilhelmsstrasse. Hier liegen die Sandsteine und roten Letten hart am Rande des Granits und fallen steil nach Westen hin ein. Sicher war die Granitplatte von Darmstadt ehemals vollständig vom Rotliegenden bedeckt, und nur hier an der Verwerfungsspalte sind Schichten desselben an der Oberfläche hängen geblieben; in der Nähe dieser Spalte, etwas weiter nördlich bei den Darmstädter Bahnhöfen stiess man seiner- zeit in einem Bohrloch von 64 m Tiefe unter Diluvium und Tertiär auf die rotliegenden Sedimente. In verschiedenen Steinbrüchen werden die Sandsteine abgebaut z. B. bei Langen und Offenthal. Hier liefern die festeren Bänke gutes Baumaterial, das sich aber seiner grobkörnigen Struktur wegen nicht zu feineren Steinhauer- arbeiten eignet.
Während und nach der Ablagerung der rotliegenden Sand- steine— gegen das Ende des paläozoischen Zeitalters— fanden auch in unserer Gegend vulkanische Ereignisse statt, deren Laven die weitverbreiteten Melaphyre sind. Wie es bei Er- gussgesteinen gewöhnlich vorkommt, so sind auch diese von blasiger Beschaffenheit, besonders an der Oberfläche. In diesen Blasen haben sich später verschiedenartige Mineralien abgesetzt, die wohl hauptsächlich von einer Auslaugung des Gesteins her- rühren mögen. Wir finden darin Bergkristall und Amethyst loft in! wunderschönen Drusen, Chalcedon, Achat, Kalkspat, Braun- spat, Schwerspat und Malachit. Melaphyre, die'solche mit Mineralien ausgefüllte Blasen enthalten, haben den bezeichnenden Namen Melaphyrmandelsteine erhalten. Die frischen Gesteine be- stehen neben einer glasigen Grundmasse vornehmlich aus Feldspat


