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Der Diabas ist ein dichtes, feinkörniges bis grobkörniges Gestein, das ursprünglich aus Kalknatronfeldspat, Augit und anderen Mineralien bestand. Durch die Einwirkung des Diorits, eines Tiefengesteins, auf die in den Schiefern ausgebreiteten Diabaslager wurde der Feldspat häufig in Epidot und der Augit in Uralit verwandelt, daher der Name Uralitdiabas.
Ausgedehnte Diabaslager finden wir südlich und südöstlich von Darmstadt, wo sie z. B. längs des Waldrandes der Ludwigs- höhe an den Granit grenzen, ferner an der Wilbrandshöhe, am Prinzenberg, Dommerberg, Dachsberg, in der Gegend von Ross- dorf uud weiter in der Richtung nach Messel.
Die alte Schieferdecke wurde nach und nach zerstört und durch die abtragende Tätigkeit des Wassers, Erosionl und Denudation? fast vollständig weggespült. Der darunter liegende Granit trat zutage, und seine Oberfläche fiel langsam der Verwit- terung anheim. Lange Zeiträume mag dieser Zustand bestanden haben, endlich aber brach, durch Hebungen und Senkungen des Bodens veranlasst, das Meer über unser Gebiet herein. Die zer- störende Kraft der brandenden Wogen ebnete die Granitoberfläche ein, ebenso auch die der angrenzenden Gesteine des Odenwaldes. Aus dem zerriebenen Material wurde auf dem Meeresboden all- mählich eine Folge von Schichten abgesetzt, die zu jenen röt- lichen oft weiss gebänderten Sandsteinen verhärteten, die man mit dem Namen Rotliegendes bezeichnet. Betrachtet man ein frisches Stück desselben z. B. am Einschnitt der Odenwaldbahn am Übergang der Rossdörferstrasse, so erkennt man daran Quarz- körner, verwitterte Feldspatstücke und viele helle oder grünliche Glimmerblättchen, die in eine rötliche tonigkalkige Masse einge- lagert sind. Zwischen diesen Mineralteilchen zeigen sich oft eckige und gerollte Granitbrocken, Stückchen von veränderten Schiefern und Melaphyr(S. 16). Es ist klar, woher diese Gemengteile un- seres Gesteines stammen.
Der Name„Rotliegendes“ rührt von den Bergleuten der Graf- schaft Mansfeld her. Diese nannten seit altersher die roten Sand- steine und Konglomerate: unter dem daselbst an Kupfererzen so reichen Schiefer das„rote tote Liegende“.„Tot“ weil diese Ge- steine vollständig arm sind an nutzbaren Erzen.„Liegendes“ nennt der Bergmann die unter einer abgebauten Schicht lagernden
¹ erodere, ausnagen.
² denudare, entblössen. 3 conglomerare, zusammenballen. Konglomerate sind verkittete Gerölle.


