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T. 1 (1908) Starkenburg
Entstehung
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meinungen zwischen Wernerianern und Huttonianern geführt; er endete schliesslich mit dem Sieg des Feuers über das Wasser. Weiter ausgebaut und besser begründet wurde die plutonistische Lehre vornehmlich von dem Deutschen Leopold v. Buch, dem Franzosen E. de Beaumont u. a.

Herrlicher ist dieser Streit wohl nie behandelt worden als von Viktor v. Scheffel in seinen humorvollen geologischen Balladen, deren erste also beginnt:

In unterirdischer Kammer,

Sprach grollend der alte Granit:

Da droben den wäss'rigen Jammer, Den mach' ich jetzt länger nicht mit.

Nach und nach klärten sich die Anschauungen über die Ent- stehung der Gesteine, und die heutige Geologie sieht in dem Granit ein Gestein, das dereinst als feurigflüssige Masse(Magma) aus der Tiefe der Erde emporgedrungen ist, die Oberfläche aber nicht er- reichte, weil sich dem Hervordringen unüberwindliche Schwierig- keiten entgegenstellten. In unserem Gebiete sowie im ganzen Odenwald war es ein altes Schiefergebirge, in das der Granit eingedrungen ist, das er aber im allgemeinen nicht durchbrechen konnte. Die Masse blieb in der Tiefe stecken und fiel einer lang- samen Abkühlung und Erstarrung anheim, wobei sich jene ein- gangs erwähnte kristallin-körnige Struktur ausbildete. Der Granit ist also ein eruptives Gesteinl, das zur Gruppe der Tiefen- oder Intrusivgesteine? gezählt wird.

Ehe derselbe gegen die Schiefer vordrang, waren sie schon von anderen Eruptivgesteinen durchsetzt und verändert worden. Unter diesen ist als erstes der Diabas hervorzuheben, der aber die Schiefer nur wenig oder gar nicht veränderte. Er ist jenes grüne bis schwarze Gestein, das wohl jeder, der die Ludwigs- höhe von Darmstadt aus besucht hat, in grösseren und kleineren Stücken in dem schönen Buchenwald umherliegen sah. Seine feuer- flüssige Masse hat sich dereinst meist lager- und deckenförmig aus- gebreitet und deshalb gehört er zu den Effusiv- oder Erguss- gesteinen, d. h. zu jenen Schmelzflüssen, die bis an die Ober- fläche der Erde emporzudringen und an der Luft oder im Wasser rasch zu erstarren vermochten.

erumpere, hervorbrechen. ² intrudere, hineindringen. 3 effundere, ergiessen.