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Wie eng das Band, das sie verbindet, nach der Meinung des Volkes ist, erkennt man wohl am besten aus einem z. B. auch in der Wetterau anzutreffenden Aberglauben: um die Leiche eines Ertrunkeuen zu finden, schreibt man seinen Namen auf ein Brot und wirft es ins Wasser; dann schwimmt es an den Ort, wo der Ertrunkene liegti. Der Glaube, dass der Name zu dem ihn füh- renden Menschen hingelangen muss, liegt auch dem mohamme- danischen Spruch zugrunde: Die Kugel, auf der mein Name nicht steht, wird mich nicht treffen ².
Drittes Kapitel.
Bedeutung des Namens im Kult und Zauber.
1.
Auf dem engen Zusammenhang zwischen Name und Person beruht auch die Verwendung des Namens im Zauber. Die Wurzel von„νεασνσ sellt sich nicht nur zu der von νι⁶αι(s. S. 5), auch zwischen den Stämmen„voô und„ev, d. h. zwischen„iν νυιασσ⁶ und yiy νονμμσι, ognosco und gigno besteht ein unverkennbares Ver- wandtschaftsverhältniss: dadurch, dass ich ein Ding erkenne, ihm einen Namen erteile, kann ich es entstehen lassen; Namen- gebung ist Schöpfung. Diese Anschauung zeigt wohl am deutlichsten eine Sage der Inkaperuaner, bei denen der Welten- schöpfer zuerst steinerne Menschen bildet; dann lässt er diese durch seine Begleiter beim Namen rufen, und so entstehen lebendige Menschen.
Etwas ganz Entsprechendes ist es, wenn mit Hilfe des Na- mens der Mensch von einer tödlichen Krankheit, also vom Tode befreit wird. Auch dabei handelt es sich um eine Art Schöpfung,
Wuttke 371. 2 Wilh. Bode Goethes bester Rat Berlin 1903 S. 54. 3 Curtius a. a. O. S. 179.
4 Polle 102; vgl. das„Honover“ des Grinm. Zeitschrift f. Völkerpsych. V(1868) 174.


