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Übrigens findet sich auch bei Shakespeare eine Erwähnung der Sitte in„Mass für Mass“, wo Isabella(1. Aufzug 5. Szene) sagt: wie Schülerinnen Namen tauschen
In kindisch treuer Freundschaft.
3.
Wie in diesem Falle dadurch, dass man den Namen des anderen annimmt, die UÜbereinstimmung zwischen beiden ausge- drückt werden soll, so ist auch bei der schon(S. 22, 7) erwähnten Sitte, dass der neugewählte Papst bei Antritt seines Amtes seinen Namen ändert, der tiefere Gedanke der, dass er seine Pflichten in dem Sinne desjenigen seiner Vorgänger zu tun gedenkt, dessen Namen er zu dem seinigen macht. Es ist im Grunde dieselbe Anschauung, die man in Ostfriesland und sonst über Kinder so ausdrückt:„Kinder gleichen dem, dessen Namen sie tragen“ (Ploss I 181). Das Leben wird mit dem Namen gleichsam in den Nachkommen fortgesetzt, weil eben Name und Ding untrennbar sindi. Phoebus erhält seinen Namen nach Phoebe und empfängt von ihr zugleich als Geburtstagsgabe, als Patengeschenk den alten Sehersitz?2. Ganz ähnlich ist es aufzufassen, wenn Teukros(Eur. Iel. 176 ff.) seine neue Heimat auf Kypros mit demselben Namen Salamis benennen soll, wie seine ursprüngliche Vaterstadt: mit dem Namen soll auch alles mitgenommen sein nach der neuen Stätte, was ihm in der alten, aus der er fliehen muss, lieb und teuer war.
Hierhin gehören auch die Benennungen ganzer Stämme nach einem Helden, dessen Vorzüge mit dem Namen auf die nach ihm genannten übergehen sollen3, z. B. auch die Bezeichnung der Christen nach Christus. Es könnten hier natürlich die Beispiele, nicht einmal die griechischen allein, auch nur annähernd aufge- zählt werden; die meisten von den Sagen sind ja auch offensicht- lich so entstanden, dass zu dem bestehenden Volksnamen der Name des Stammheros, des 7ε à᷑mπνυνιαοσςσ, erfunden wurde. Es genüge hier auf die Reihe von Beispielen zu verweisen, die sich bei Euripides im Ion finden.
¹ vgl. Nauck zu Soph. Ant. 353.
²2 Aesch. Eum. 7 u. Stanley z. St. Es war auch damals also bereits Sitte, dass, wer Namen erteilte, eine Gabe folgen lassen musste.
s vgl. Tylor Anfänge I 393 f. 397.
4 v. 1577: Die vier Söhne des Erechtheus geben die Namen für die vier Stämme des athenischen Volkes(vgl. Herod. V 66): Geleontes, Hopletes, Aigi-


