Aufsatz 
Die Bedeutung des Namens im Kult und Aberglauben : ein Beitrag zur vergleichenden Volkskunde / von Wilhelm Schmidt
Entstehung
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Dichters Persa IV 4, 73= 622¹, wo auf den Zusammenhang des Namens Lucridus mit dem Wort lucrum(= Gewinn, Profit) Bezug genommen wird.

Dass den Römern solche Folgerungen aus dem Namen nicht fremd waren, sie vielmehr diesem ebenso wie die Griechen eine hohe Bedeutung beilegten, lässt sich z. B. daraus ersehen, dass bei der Grundsteinlegung zum Neubau des capitolinischen Tempels im Jahre 70 n. Chr. nur die Soldaten eintreten durften, die fausta nomina, glückverheissende Namen hatten(Tac. hist. IV 53; vgl. Dieterich Mithrasl. 114). Ebenso wurde bei den grossen Sühn- opfern für Volk oder Heer darauf gesehen, dass die, welche die Opfertiere zum Altar führten, Namen mit guter Bedeutung hatten (Plin. n. h. XXVIII§ 22). Auch bei den militärischen Aushebungen war man darauf bedacht, dass der erste Soldat ein bonum nomen trug(Cic. de div. I§ 102).2 Hat der Feldherr einen unglücklichen Namen, wie jener Atrius Umber, dessen Name an ater düster und umbra Schatten anklingt, so weigern sich die Soldaten, ihm zu folgen(Liv. XXVIII 28, 4). Umgekehrt wird(Herodot IX 91) der Name des Hegesistratos(= Heerführer) als ein für einen Feldherrn äusserst günstiger Name angeschen.

Dass auch der nachmalige Kaiser Augustus von solchem Aberglauben nicht frei war, zeigt eine kleine Erzählung, die uns bei dem Geschichtsschreiber Sueton(Aug. 96) erhalten ist: gerade vor der Schlacht von Actium begegnete ihm ein Esel mit seinem Treiber; als er hörte, dass der Mann Eutychos(etwa= Glückmann) und das Tier Nicon(= Sieger) heisse, fasste er diese Namen als glückverheissende Vorzeichen auf.

i nomen atque omen quantivis iam est pretii..

2² vgl. Festus s. v. Lacus Lucrinus p. 121 Mü.: in vectigalibus publicis primus locatur eruendus ominis boni gratia, ut in dilectu censuve primi nomi- nantur Valerius, Salvius, Statorius; vgl. dort die Anm. und Ruperti zu Tac. hist. IV 53.