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keit und ſorgfältiger Benutzung einer Menge ihm zu Gebot geſtandener authentiſcher Urkunden, ſondern auch von frommer Geſinnung.“
Bei näherer Betrachtung der Geſchichte von der Reformation in der Grafſchaft Hanau⸗Münzen⸗ berg ergeben ſich nun folgende 4 Perioden, nämlich:
l. Periode. 1523— 1529. Die erſten Anfänge der Reformation. ll. Periode. 1529— 1552. Einführung der lutheriſchen Lehre in Hanau. IlI. Periode. 1552— 1593. Streitigkeiten innerhalb der evangeliſchen lutheriſchen Kirche zu Hanau.
IV. Periode. 1593— 1610. Einführung der reformirten Lehre in Hanau.
I. Periode.
Die erſten Anfänge der Reformation 1523—1529.
Schon ſehr frühe ſind in der Stadt Hanau die Anfänge einer reformatoriſchen Bewegung be⸗ merkbar. Tief und wohlbegründet war in der damaligen Zeit die Sehnſucht des deutſchen Volkes nach einer Religionsverbeſſerung, und als zu gleicher Zeit, unabhängig von einander, in Kurſachſen und in der Schweiz das Evangelium lauter und rein gepredigt wurde, da regte ſich durch ganz Deutſchland in allen edeln, ſittlichen Gemüthern der lebhafteſte Wunſch, das Wort in reiner und ungefälſchter Weiſe zu hören.
Auch in Hanau machte ſich dieſer berechtigte Wunſch bald geltend, wo damals der Graf Philipp II. regierte. Da dieſer bei dem Tode ſeines Vaters Reinhard IV. im Jahre 1512 erſt 11 Jahre alt ge⸗ weſen war, ſo kamen er und ſein jüngerer Bruder Balthaſar unter die Vormundſchaft ihrer Mutter, Catharina(geb. Gräfin zu Schwarzburg) und des Grafen Johann v. Naſſau, welche ſogleich im Namen des jungen Grafen Philipp II. die Regentſchaft antraten. Nachdem ſchon 2 Jahre darauf, 1514, die verwittwete Gräfin Catharina ſtarb, ſo trat an ihre Stelle als Mit⸗Vormund der Hanauiſche Amtmann Friedr. v. Dorfelden.
Die Vormundſchaft*),„die in ſehr klugen und treuen Händen geweſen war und der ganzen Graf⸗
*) Geſchichte der ehemals regierenden Herren und Grafen zu Hanau. Hanau im Verlage des Ev. luth. Waiſen⸗ hauſes 1782. Seite 32..


