Aufsatz 
Aus und über Hans Wilhelm Kirchhoff : zum Gedächtnis des Landgrafen Philipp des Großmütigen, 300 Jahre nach seinem Tod / von G. Th. Dithmar
Entstehung
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II. Aus Kirchhoffs Wendunmuth über Philipp den Grossmütigen.

Was einen Fürsten zier:¹).

Oftermals hat mein Vater seliger erzehlt, wie er Hochermeldts meines gnedigen Fürsten und Herrn, Herrn Philipsen, Landgraffen zu Hessen etc. Diener, und mit seinen Fürstlichen Gnaden zu Wormbs auff dem ersten und grossen Reichstag, den Keyser Carolus der fünffte daselbst gehalten hat, gewesen, und er mein Vater vor einem Kramladen ge- standen, indem seyn die Fürsten nach einander und auch der Landgraff zu Raht geritten. Hat die Krämerin zu ihrem Hauswirt gesagt: Was meynst du, dass diesen Fürsten zier und herrlich mach?. Der Mann sprach: Er ist ein feiner junger Fürst von Person, und hohem Stamm geborn, auch reich an Land und Leuten. Wahr ist dieses, sagt das Weib, aber das ist sein bester Schmuck, dass er so viel grauer Bärt, das ist, so viel feiner alter und wohlstehender Männer umb sich hat. Derer so dissmal den Fürsten beleydet(begleitet), sind beneben den Edeln und Wohlgebornen acht oder neun Graffen, die Edlen, Gestrengen und Ernvsten Fürstlichen Räht Conrad von Waldenstein, Hofmeister an der Wertha(), Hermann von der Malssburg, Hofmarschalck, Helwig von Lerbach, Amtmann zu Ep- stein, Helwig von Rukersshausen, Amtmann zu Aurbach, Sittig von Eringsshausen, Amt- mann zu Romroht und Melcher zu Bodenhausen gewesen.

Diese Fraw war witziger denn ihr Mann etc.

Kindischer Sachen mag dieser mehr hochgemeldter Fürst nit beschuldiget mit der Warheit werden, denn ich wil jetzt nit schweigen, wie er von Jugend auff seine Under- thanen(Gott lob, der in auch noch lang fristen wölle) gleich wie ein Henn ire jungen

1) Den Wendunmuth betreffend s. u. Ich gebrauche das der Kirchenbibliothek zu Celle geh. aus 2 Theilen und 5 Büchern bestehende Exemplar, von welchem später.