Aufsatz 
Aus und über Hans Wilhelm Kirchhoff : zum Gedächtnis des Landgrafen Philipp des Großmütigen, 300 Jahre nach seinem Tod / von G. Th. Dithmar
Entstehung
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mit seinen flügeln und Schutz wunderlich erhalten, dass sie niemals von einem Feind überfallen oder durch zug sonderlich beschwert worden, sondern ehe solches hett geschehen sollen, alles sein Gut und Gelt ja auch seinen eygenen Leib aller Mühe, Arbeit und Sorg- faltigkeit underworffen und gewagt hat. Und darzu, auff dass sein Land unverwüstet bliebe sich selbst in dess Feindes Hand gefangen gegeben und in der Custodien in das fünffte jahr viel Schmähen und Mutwillen der Feinde erduldet, Auch da es noch von nöten, nichts an im erwinden lassen würde. Welches aber das höchste und Gott am meisten darfür zu dancken ist dieses: Dass er dem Evangelio geneygt und die wahre Religion beschützt und beschirmet, über daz guten Frieden und sicher Geleyt allen Handtierenden(keinen andern Fürsten im Reich damit verachtet) erhalten, die Uebel- thäter fleissig erforschen und rechtfertigen lassen. Und wo ich nicht dieses Fürsten Underthan, dass es von mir aus Schmeichlerey beschehn, möchte angesehn werden, wolt ichs weiter mit warheit auszustreichen wissen, wil es aber dissmal, denn es sonst Augen-

scheinlich, also beruhen lassen. I. Th. 48. Rommel 6. B. 2. Hpst. S. 184.

Landgraffen Philipsen zu Hessen Antwort auff eine Frage Hertzog Heinrichs zu Braunschweig.

Es ist mir von einem, dem ich Glauben geb, gesagt, als der Durchleuchtig Hoch- geborne Furst und Herr, Herr Philips, Landgraff zu Hessen, Graff zu Catzenelnbogen etc. Dem auch Durchleuchtigen Fürsten und Herrn, Herrn Heinrichen, dem jungen Hertzogen zu Braunschweig etc. ungfehr vor etlichen und zwantzig jahren zu Wolffenbüttel, auf seins, des Hertzogen Schloss, einen Sohn aus der Tauff gehoben und beyde Fürsten daselbst miteinander auff dem Schlosswall spatzieren gangen, dannen man die Statt Braunschweig, so eine ziemliche Meyl davon gelegen, sehen kan, hat dieselbe der Hertzog dem Land- gragen mit der Hand gezeigt und gesagt: Philips, wie dünckt dich(dann ehe die Uneinig- keit zwischen diese Fürsten gemischet wurde, dutzten sie einander auss grosser Freund- schaft, so unter ihnen war) hab ich nicht eine schöne Statt? Hastu auch eine dergleichen? Antwort der Landgraff: Ja Heintz, es ist eine zierliche und grosse Statt, was nutzt sie dir aber? Darffst du doch ihr einem, so drinn wohnet, nit ein Strohalm aufzuheben gebieten, sie thun was sie gern wöllen. Ich aber habe eine in meinem Land, die wolte ich dir nicht für die geben. Verlangte den Hertzogen, die zu wissen und sprach der Landgr.: Es ist ein klein Stättlein und heisst Schwartzenborn, dess mag ich ein jar mehr, dann du in zehen oder drüber dises geniessen, darinn seyn kaum über 100 Mann, ist ihr anders so viel, doch fromme, getreue Underthanen, die mir zu Tag und Nacht willig und gehorsam seyn. Ob dieses den Hertzogen verdrossen hab oder nicht, wer wil das sagen?¹).

I, 42, 1)(Vilmars) hess. Historienbüchlein, 42. Rommel 6, 2. S. 179. Auch bei Zincgref in den Apopheg.

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