Aufsatz 
Aus und über Hans Wilhelm Kirchhoff : zum Gedächtnis des Landgrafen Philipp des Großmütigen, 300 Jahre nach seinem Tod / von G. Th. Dithmar
Entstehung
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Des andern jares nechst nach diesen Gesagten dingen, itzt erwiesen, Hat sich der mächtig krieg erhebt, Desgleich Teutschland kaum hat erlebt, Ungfehr im Monat Julio Zwischen dem keiser Carolo Und etlich Ainigungsverwandten, Die Protestierenden genannten, Deren hauffen der Landgraff fiert Sampt andern, auch dran ordiniert, Und sahen sich erst beide hauffen, Da man gwis meint man würd sich rauffen. Als keiserliche Majestat Ihr Lager hat bei Ingolstadt, Dem fingen an hart zu zu setzen Mit Feldschlangen und scharffen Metzen Auch anderm Gschütz an langer rei Ser hefftig ein tag oder drei Die Herrn, der Evangelisch Bund. Nit wol erzelen mags ein Mund, Wie da die grossen Pfeiffen sungen,

Dass arm und bein in lufften sprungen. Es donnert als mit solcher Macht, Gleich als ob Himel und Erde kracht, Solch greulicher erschrecklich knall Gieng uber alle berg und thal.

Dweil nuhn, wo viel zusammen kochten Selten was guts anrichten mochten,

So gieng all ding hin hinderwartz, Wolt einer weiss der ander schwartz). Der Landgraff hats wol gut im sinn, So waren andre wider ihn.

Do aller vortheil war versaumpt,

Eins morgens man das lager raumpt, Und zog durchs Land die lang und quer, Biss dass der Winter fiel daher.

Itzt ward ein ander feur entzundt, Drumb lescht wer wasser tragen kund. Auch hat der hauff sich da getheilt, Nach seinem Land der Churfürst eilt. Der Landgraff that ihm auch also, Denn was schafft er allein mehr do? ²).

1)Wann wir wolten schlagen, so wolt der Churfurst nit, wann wir gern gesehen, das die sach in gemein vertragen, wolt er nit etc.(aus Ph's Apologie, im Gfängsnis zu Donauwerth geschrieben.

R. Urkb. S. 262).

2) Der noch folgende Theil ist grösstentheils langweilig.