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Ruhestand getreten war. Den 2. Mai geleiteten die Lehrer und die Schüler der oberen Classen seine Leiche zu Grabe, und am 6. Mai fand in der wöchentlichen Schlussandacht eine Gedächtnisfeier für ihn statt.
Am 17. Juni langte die neue»Ordnung der Entlassungsprüfungen an den höheren Schulen- an, durch welche für die Gymnasien festgesetzt wird, dass mit 1883 an die Stelle des Griechischen und Französischen Scriptums eine schriftliche Uebersetzung aus dem Griechischen und eine mündliche aus dem Französischen treten solle; ferner dass die Schüler der Obersecunda ihre Reife für Prima insbesondere durch ein Griechisches und Französisches Scriptum beweisen sollten.
Am 23. Juni beehrte Se. Excellenz der Ober-Präsident von Eulenburg das Gym- nasium mit einem kurzen Besuch, indem er in einige Classen eintrat und die daselbst unterrichtenden Lehrer sich vorstellen liess.
Der Pfarrer der hiesigen katholischen Gemeinde Philipp Will, welcher seit dem 21. Februar 1848 auftragsweise den katholischen Schülern des Gymnasiums Religions- Unterricht ertheilt hatte, wurde auf sein Nachsuchen durch Verfügung des Königlichen Pro- vinzial-Schulcollegiums vom 22. Juli dieses Auftrags entbunden, worauf der Director in Begleitung von einigen der katholischen Schüler am 31. Juli dem Greis für seine treue Dienstführung im Namen des Gymnasiums dankte. An Stelle von Pfarrer Will trat vom 1. August an der zum Pfarr-Administrator der hiesigen katholischen Gemeinde ernannte Dr. Weber, welcher an demselben Tag von dem Director verpflichtet wurde.
Am 15. August starb Wilhelm Spach, der viele Jahre lang über die vereinigte Schwimm- und Bade-Anstalt dahier die Aufsicht geführt und namentlich viele unserer Schüler im Schwimmen unterwiesen hatte. Dem am 17. August stattfindenden Leichenbegängnis schlossen sich ausser dem Director auch manche andere Glieder des Gymnasiums an.
Am 23. August fand eine Abend-Unterhaltung des am Gymnasium bestehenden Musik- vereins statt, wobei wiederum mehrere unserer ehemaligen Schüler in freundlichster Weise mitwirkten.
Am 29. August nahm Professor Dr. Euler aus Berlin kraft eines ihm von dem Königlichen Unterrichts-Ministerium ertheilten Auftrags eine Revision des Turnbetriebs am hiesigen Gymnasium vor und sprach am Schluss seine Freude über das gesunde und frische Aussehen unserer Jugend aus.— Bei der Sedan-Feier am 2. September hielt der Director die Festrede, und zwar über die Schlussworte des Kaiserlichen Telegramms, durch welches der Sieg verkündigt wurde:»Welch' eine Wendung durch Gottes Fügung!«
Vom 9. bis 11. September unternahmen, während am Gymnasium Maturitäts-Prüfungen abgehalten wurden, gegen 40 Schüler der oberen Klassen unter der Führung der Gymnasial- lehrer Dr. Braun II., Dr. Schäfer, Dr. Weingärtner und Müller eine Turnfahrt in den Teutoburger Wald, namentlich zum Hermanns-Denkmal, wobei ihnen für die Fahrt bis in die Nähe des Gebirges von den betreffenden Eisenbahn-Directionen eine bedeutende Preisermässigung zugestanden worden war. Dieser Ausflug gewährte den Theil-


