Aufsatz 
Chronik des Gymnasiums zu Marburg von 1833 - 1883 / [Friedrich Münscher]
Entstehung
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des Preussischen Staates. Es war gewissermassen seine Abschiedsrede. Denn mit dem Schluss des Schuljahrs am 8. April verliess er unser Gymnasium, um das Directorium des Realgymnasiums zu Wiesbaden zu übernehmen. In ihm verlor das Gymnasium einen Lehrer, der sich in seiner 17 jährigen Thätigkeit in jeder Beziehung um dasselbe in hohem Grade verdient gemacht hat, und dem deshalb die Anstalt ein dankbares Andenken bewahrt.

Die Abhandlungen, welche in der Zeit von Ostern 1868 bis ebendahin 1873 mit den Programmen veröffentlicht wurden, waren verfasst: 1869 von Dr. Ritter: Erklärung einiger Stellen in Caesar de bello Gallico, und von dem Director: die Einweihung des neuen Gymnasiums; 1870 von Dr. Collmann: über die griechische, insbesondere die Prosa-Lectüre in Prima; 1871 von Dr. Wiskemann: de Pindari carmine Olympico VI. et Pythico II.; 1872 von G.-L. Krause: goniometrische Auflösung der numerischen Gleichungen vom zweiten, dritten und vierten Grad; 1873 von Dr. Friedr. Braun: die Tage von Canossa I.

Die Zahl der Schüler betrug jedesmal am Anfang des Schuljahrs,(wobei die Zahl der Abiturienten in Klammern folgt): 1868/69: 232(12). 1869/70: 236(8). 1870/71: 237(12). 1871/72: 217(9). 1872/73: 214(10).

Aus der Zahl der Schüler mögen hier Folgende eine Erwähnung finden:

Wilhelm Rauch 59 69. Friedr. Beneke 61 69. Konrad Henke 58 67. Julius Dithmar 60 69. Ernst Mäütze 61 70. Gotthold Schwertzell 63 70. Otto Münscher 61 72. Ferdin. Herwig 63 72. Gust. Wurzer 63 72. Oskar Ehrhardt 63 71. Heinr. Kehr 63 73. Adolf Brauns 64 70. Arthur Wyss 69 71. Victor Abée 67 70. Philipp Both 64 69. Albert Biscamp 65 70. Adolf Biscamp 65 72.

Georg Schaub 65 72. Wilhelm Hastenpflug 65 72. Karl Roser 65 73. Adolf

Gundlach 66 72. Julius Bezzenberger 66 73. Albr. und Otto Fischer 67 70.

Siegfried Rödenbeck 68 69. Heinrich Herbener 69 73. Max Ramdohr 6972.

Oskar Handschuh 69 72.

Die Zeit von Ostern 1873 bis ebendahin 1878.

Mit Beginn des Schuljahrs 1873/74 am 24. April trat in Betreff der drei technischen Fächer, des Singens, Zeichnens und Turnens, eine bedeutende Aenderung ein. Während der Unterricht in diesen Fächern bisher mehreren ordentlichen Lehrern als Nebenstelle überwiesen war, wurde er von nun an einem einzigen seminaristisch gebildeten Lehrer übertragen und zwar mit der Verpflichtung, auch in den Elementen der Gymnasial-Fächer nöthigenfalls Unterricht zu ertheilen. Zu dem Ende trat der Lehrer Friedrich Schacke aus Harburg als Gymnasial-Elementarlehrer in unser Gymnasium ein; jedoch wurde er durch Kränklichkeit an einer erfolgreichen Wirksamkeit gehindert und erbat deshalb schon in der Mitte des Sommers seine Entlassung, die ihm durch Verfügung vom 7. August