Aufsatz 
Chronik des Gymnasiums zu Marburg von 1833 - 1883 / [Friedrich Münscher]
Entstehung
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mar und GL. Fürstenau zu etatsmässigen Oberlehrern ernannt; ferner wurde am 25. September dem GL. Buchenau der Titel: Oberlehrer ertheilt.

Die Turnfahrt, welche die Schüler am 7. u. 8. September unter Leitung von Dr. Buchenau und GL. Fürstenau nach Haina, Fritzlar und Wabern unternahmen, war vom besten Erfolg begleitet.

Bald nach der am 27. April erfolgten Eröffnung des Schuljahrs 1870/71 wurden die neu redigierten und von dem Königlichen Provinzial-Schulcollegium genehmigten Gesetze für die Schüler des Gymnasiums ausgegeben.

In der ersten Woche der Sommerferien den 8. Juli starb der bei Alt und Jung beliebte Schwimm-Meister Jacob Weintraut, der sich in seinen an die Sieger im Wettschwimmen gerichteten Gedichten einen Fürsten von Baden zu nennen pflegte. Mit angeborner Dichtergabe war in ihm lebendige Wissbegierde und fromme menschenfreund- liche Gesinnung verbunden. Die nach ihm benannte Weintrauts-Eiche, unter der er zu sitzen liebte, wird sein Andenken auf die Nachwelt bringen.

Durch Patent Seiner Majestät des Kaisers vom 30. Juli wurde dem Oberlehrer Dr. Collmann der Titel: Professor verliehen.

Noch in den Sommerferien erfolgte die Kriegs-Erklärung von Seiten Frankreichs, und damit entstand auch für das Gymnasium ein gewaltiger Umschwung der Dinge. In Folge von Verfügungen des Herrn Unterrichtsministers, wonach den im 4. und sogar auch den im 3. Semester stehenden Primanern Gelegenheit gegeben werden sollte, zur Vertheidigung des Vaterlands sofort in das Heer einzutreten, wurden schon während der Sommerferien und wiederum bald nach denselben Maturitäts-Prüfungen angestellt. Zwölf Primaner verliessen mit Zeugnissen der Reife das Gymnasium. Zugleich verbreitete sich unter Lehrern und Schülern eine Begeisterung, welche allen, die sie miterlebt haben, unvergesslich bleiben wird, welche aber den Studien wenig günstig war. Viele Schüler der oberen Classen leisteten als Krankenträger bei Ankunft von Verwundeten gute Dienste, die der mittleren Classen stellten sich als Laufboten zur Verfügung; alle wollten mithelfen. Durch die rasch auf einander folgenden Siegesnachrichten wurde diese begeisterte Stimmung immer wieder aufs Neue angefacht. Ausser diesen Störungen trat für den Gang des Unterrichts im Laufe des Monats Februar noch eine grössere ein. Der Director nämlich, welcher am 30. Januar auf den Kriegsschauplatz abgereist war, um seinen schwer ver- wundeten ältesten Sohn in Giromagny zu besuchen, war von der dort herrschenden Blattern- Krankheit angesteckt worden und erkrankte plötzlich in der Mitte Februars. Sofort wurde den 21. Februar auf polizeiliche Anordnung der fernere Besuch des Gymnasial-Gebäudes untersagt, wodurch eine 4tägige Unterbrechung des Unterrichts herbeigeführt wurde. Endlich nachdem es dem Stellvertreter des erkrankten Directors, Prof. Dr. Collmann, gelungen war, in der Nähe des Marktplatzes Räume aufzufinden, die als Nothbehelf dienen konnten, wurde der Unterricht wieder aufgenommen, aber nur in beschränktem Umfang ertheilt. Diese Zeit der Bedrängnis dauerte bis zum Ende des Schuljahrs, sodass selbst