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des Turn-Unterrichts übertragen worden war, und Cand. Landgrebe mit einer Schaar von Turnern aus den oberen Classen eine Turnfahrt in die Gegend von Rauschenberg und Kirchhain. Das Wetter war dem Unternehmen nicht günstig, aber die freundliche Auf- nahme von Seiten der Einwohner Kirchhains machte den Tag doch zu einem heitern.— Unmittelbar nach dem Beginn der Weihnachtsferien am 21. December fand in dem grossen Hörsaal des Gymnasiums die Verpflichtung der Lehrer auf die preussische Ver- fassung statt.
Am Schluss dieses Abschnitts mögen die Worte wieder eine Stelle finden, mit welchen im Frühjahr 1868 die Mittheilungen über die frühere Geschichte des Gymnasiums beendigt wurden:»Dies dürften etwa die wichtigsten Punkte sein, welche sich aus der äusseren Geschichte des Gymnasiums anführen lassen. In wieweit während dieser Zeit unsere Anstalt der Aufgabe entsprochen hat, der Jugend eine Bildungsstätte zu christlicher Frömmigkeit und Weisheit zu sein, das zu berichten und zu beurtheilen möge Anderen überlassen bleiben. Der allmächtige Gott aber, der in den bisherigen Räumen 35 Jahre hindurch seine Gnade uns nicht entzogen hat, der wolle uns auch ferner aus den alten in die neuen Räume mit Seinem Segen geleiten und uns verleihen, dass es dort den Lehrern noch besser gelinge, dass sie dort noch freudiger und treuer im Geben, die Jugend noch williger und vertrauender im Empfangen sei, kurz, dass wir in der besseren Heimat auch selber besser werden!
Die von 1857— 1868 den Programmen beigegebenen Abhandlungen waren folgende: 1857 von Dr. Ritter: über den Begriff des Horizonts; 1858 von Dr. Buchenau: über Burkard Waldis; 1859 von Dr. Collmann: zur französischen Stilistik; 1860 von G.-L. Fürstenau: Darstellung der reellen Wurzeln durch Determinanten der Coefficienten; 1861 von Pf. extr. Dithmar: zur Einleitung in die Geschichte der neuhochdeutschen Grammatik. 1862 von Dr. Rothfuchs: de Lactantii libro, qui est de mortibus persecutorum; 1863 von Dr. Münscher: zur Erklärung der Germania von Tacitus; 1864 von Dr. Münscher: Fortsetzung der vorhergenannten Abhandlung; 1865 von Dr. Schimmelpfeng: die gruppierende Unterrichtsmethode; 1866 von Dr. Zilch: über Philodemus und Hyperides und von Dr. Münscher: über Religions-Unterricht; 1867 von Pf. extr. Dithmar: aus und über Hans Wilhelm Kirchhoff; 1868 von Prof. Dr. Christian Koch: Geschichte des akademischen Pädagogiums zu Marburg— und von Dr. Münscher: Geschichte des Gymnasiums zu Marburg.
Die Zahl der Schüler betrug am Schlusse des Schuljahres 1851: 184(12). 1852: 155(13). 1853: 157(11). 1854: 152(13). 1855: 172(17). 1856: 151(8). 1857: 134(12). 1858: 131(8). 1859: 142(5). 1860: 176(7). 1861: 174(8) 1862: 184(5). 1863: 194(10). 1864: 201(10). 1865: 193(14). 1866: 209(15). 1867: 217(10). 1868: 219(15).
Unter den Schülern möchte ich folgende namhaft machen:
Georg Breithaupt 54— 58. Ludwig Justi 48— 60. Gustav Bickell 49— 57. Otto Zöckler 49— 51. Ludwig Stadler 51— 56. Friedr. Hoffmann 49— 53. Friedr.


