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drei Monate seit dem Tag, an welchem der erste Gymnasiast vom Nervenfieber ergriffen wurde, trat im Unterrichtãdie regelmässige Ordnung wieder ein und wurde seitdem nicht mehr gestört. Die traurigen Erfahrungen in Bezug auf den Gesundheitszustand der Schüler gaben übrigens Veranlassung, bei der vorgesetzten Behörde aufs Neue vorzustellen, wie die bisherigen Schulräume in Beziehung auf Gesundheit und Zweckmässigkeit den An- forderungen gar nicht entsprächen, und wie daher der Umbau des bisherigen Gymnasial- Gebäudes oder der Aufbau eines neuen Gebäudes unumgänglich erforderlich sei. Diese Vorstellungen hatten den Erfolg, dass nach Beschluss Kurf. Ministeriums des Innern vom 8. Januar 1856 eine aus dem Geh. Medicinal-Rath Dr. Heusinger, dem Universitäts- Architekten Professor Dr. Lange und dem Gymnasial-Director bestehende Commission niedergesetzt wurde, um geeignete Vorschläge zur Abhülfe zu machen, allein die Ausführung dessen, was die Commission vorgeschlagen hatte, begegnete so viel Schwierigkeiten, dass erst neun Jahre später, den 7. Januar 1865, der Bauplan zu einem neuen Gymnasium von Seiner Königl. Hoheit dem Kurfürsten genehmigt wurde.
Die Abhandlungen, welche von den Lehrern mit den Programmen in diesen Jahren veröffentlicht wurden, waren: 1851 von Dr. Hupfeld: Exercitationum Herodotearum specimen tertium; 1852 von Dr. Julius Deuschle, der vom April 1851 bis April 1852 Practicant war: über die Platonische Sprachphilosophie; 1853 von Dr. Münscher: über den Geschichts-Unterricht; 1854 von Dr. Soldan: de reipublicae Romanae legatis pro- vincialibus et de legationibus liberis; 1855 von Dr. Fuldner: adnotationes in Euripidis Medeae prologum.
Die Zahl der Schüler betrug am Schluss des Schuljahrs: 1851: 184(12 Ab.), 1852: 155(13), 1853: 157(11), 1854: 152(13), 1855: 172(17).
Von den Schülern jener Jahre führe ich folgende an:
Victor Hüter 41— 51. Reinhard Scheffer 43— 53. Wilhelm Bernhard 43— 52. Salomon Meyer 52— 54. Wilhelm Henke 43— 51. Karl Buderus 44— 53. Rudolf Nasse 45— 56. August Heldmann 45— 53. Ferdinand Justi 46— 56. Karl Hüter 46— 54. Ludwig v. Stiernberg 47— 54. Friedrich Renner 48— 52. Franz König 48— 51. Gottfried Mannel 48— 54. Friedr. Graf zu Solms- Laubach 48— 52. Otto Zöckler 49— 51. Friedr. Hoffmann 49— 53. Friedr. Wilh. Gervinus 52— 54. Bruno Fürst zu YXsenb.-Büdingen 54— 55. Otto Nasse 48— 57. Ludw. Stadler 51— 56. Hermann Fürst zu Solms-Lich 54— 57.
Die letzten 12 Jahre in den alten Räumen des Gymnasiums sind zwar weniger reich an Begebenheiten, können aber mit Rücksicht auf die Leistungen der Schule eine glück- liche Zeit genannt werden. Es waren nämlich so viel tüchtige Lehrer mit einander thätig, wie kaum zu irgend einer anderen Zeit, und zugleich standen sie in regem collegialischen Verkehr. Aus dem letztgenannten Verhältnis ergaben sich mancherlei günstige Folgen,


