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nach Kassel versetzt wurde. Dr. Eduard Most, als beauftragter Lehrer vom 22. Mai 1843 bis 9. October 1844, da er nach Kassel abgieng. Auserdem ertheilte Pfarrer Konrad Höck an Stelle des Dr. Malkmus seit 11. März 1840 Religions-Unterricht für die katho- lischen Schüler. Ferner wurde Cantor Beck auf sein Nachsuchen von seiner Thätigkeit als Gesanglehrer im Frühjahr 1841 auf das Ehrenvollste entlassen und statt seiner war Johannes Peter aus Marburg seit 21. April 1841 als Gesanglehrer thätig.
Die Abhandlungen, welche in dieser Zeit von den Lehrern mit den Schulprogrammen veröffentlicht wurden, waren: 1835 im Herbst von Vilmar: erste Veröffentlichung von der stete ampten und von der fursten ratgeben. 1836 zu Ostern von Ritter; über den geo- graphischen Unterricht. 1837 von Hehl: über Wellenbewegung. 1838 von Blackert: de vi usuque dualis numeri apud Graecos. 1839 von Vilmar: über Rudolf von Ems. 1840 von Stegmann: über gewisse elliptische Figuren. 1841 von Collmann: Index Phaedrianus. 1842 von Piderit: De Apollodoro et Theodoro rhetoribus. 1843 von Fuldner: Quaestiones Horatianae P. I. 1844 von Hasselbach: über Kleon. 1845 von Vilmar: Deutsche Altertümer im altsächsischen Héèliand.
Die Zahl der Schüler(die Zahl der Abit. ist in Klammern beigefügt) betrug jedesmal am Schluss des Schuljahres zu Ostern: 1836: 130,(3). 1837: 137,(6). 1838: 188,(9). 1839: 186,(11). 1840: 177,(12). 1841: 176,(18). 1842: 166,(15). 1843: 188,(4). 1844: 189,(9). 1845: 211,(17).
Die letzten fünf Jahre des Zeitraumes von 1833 bis 1850 beginnen mit einem für das Gymnasium beklagenswerthen Ereigniss, mit der im April 1845 erfolgenden öffentlichen Ausweisung von 20 Primanern und Secundanern, welche sich zu geheimen Verbindungen vereinigt und, als wären sie schon jeder Zucht entwachsen, Gelage u. s. w. veranstaltet hatten. Die Mehrzahl derselben meldete sich jedoch— ein gutes Zeichen für sie— nach Ablauf der vorgeschriebenen Pristen wieder zum Eintritt und erlangten denselben.
Ein Unfall ganz anderer Art traf das Gymnasium am 26. Januar 1846. An diesem Tage stürzte in Folge ungewöhnlich starker Regengüsse die Umfassungsmauer des an dem Lahnberg gelegenen Gartens, welcher nebst der Wohnung des vormaligen Pädagogiarchen seit 1836 dem Gymnasial-Director Vilmar zur Benutzung übergeben war, aut eine grosse Strecke nach der Strasse hin zusammen und begrub unter ihren Trümmern von den zur Bürger-Schule gehenden Kindern fünf Knaben, von welchen nur zwei, wenn gleich schwer verwundet, am Leben blieben. Obgleich unter den Verschütteten kein Gymnasiast war, so erlitt das Gymnasium durch den Einsturz der Mauer, dem der Direktor durch Warnungen vorzubeugen vergeblich versucht hatte, dennoch einen bedeutenden Verlust, indem das Gebäude, welches die Bibliothek und die Sammlungen des Gymnasiums enthielt, der Sicherheit wegen zur Hälfte abgebrochen werden und deshalb die Bibliothek und die


