Aufsatz 
Chronik des Gymnasiums zu Marburg von 1833 - 1883 / [Friedrich Münscher]
Entstehung
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der Verkommenheit zu fröhlichem Gedeihen emporhob. Die Abhandlungen, welche während dieser Zeit mit den Programmen der Anstalt veröffentlicht wurden, waren verfasst: im Frühjahr 1834 von Vilmar: de genitivi casus syntaxi, quam praebeat Harmonia Evan- geliorum, saxonica dialecto seculo IX conscripta im Frühjahr 1835 von Schmitz: Animadversiones in Isocratis Panatheroicum, specimen I.

Die Zahl der Schüler, welche sich am 13. Mai bei der Ueberweisung des Pädagogiums in demselben vorfanden, betrug, wie schon gesagt, 81; an demselben Tage wurden noch 15 aufgenommen und 27 kamen während des Schuljahrs hinzu. Am Schluss des Schul- jahrs 1833/4 betrug die Zahl 104, von welchen 8 der Prima, 21 der Secunda, 36 der Tertia, 39 der Quarta angehörten. Am Schluss des Schuljahrs 1834/5 betrug die Schüler- zahl 125. Als reif zu den akademischen Studien wurde von 1833/4 kein Schüler ent- lassen; von 1834/5 fünf.

Nachträglich sei noch bemerkt, dass im Frühj. 1834 vorzüglich durch die Bemühun- gen des damaligen Poliz.-Dir. Ungewitter die noch jetzt bestehende Schwimm- u. Bade- Anstalt aus den Mitteln der Universität, der Stadt und des Gymnasiums gegründet wurde.

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Das folgende Jahrzehnt von Ostern 1835 bis Ostern 1845 war, abgesehen von einem sehr starken Wechsel der Lehrer, eine glückliche Zceit für das Gymnasium, welches nach Innen und Aussen sichtbar gedieh.

Gleich mit dem Beginn des Schuljahrs 1835/6 trat freilich eine für das Gymnasium höchst bedeutsame Veränderung ein. Von den bisherigen ordentlichen Lehrern wurden alle ausser dem ersten und letzten versetzt, nämlich Grebe, Matthias und Flügel an das Lyceum zu Kassel, Schmitz an das Gymnasium zu Fulda; dagegen traten ein Pfarrer Wilh. Wiegand, bisher Rector der Stadtschule zu Hersfeld, Pfarrer Georg Blackert, bisher Rector der Stadtschule zu Waldkappel, Dr. Eckhardt Collmann, bisher Erzieher im Hause des Geheimeraths Riess von Scheurnschloss, und wurden am 4. Mai in ihr neues Amt eingeführt. Ausserdem war schon seit 7. Januar 1835 Dr. Georg Joseph Malkmus als Hülfslehrer und zwar zunächst für den katholischen Religions-Unterricht eingetreten; auch wurde Candidat Julius Hartmann aus Marburg mit dem Unterricht in der Mathematik beauftragt. Mit dem 11. December 1835 trat jedoch Dr. Johann Hehl, bisher am Gymnasium zu Weilburg, als ordentlicher Lehrer für die Fächer der Mathematik und Physik ein. Aber trotz dieses starken Wechsels der Lehrer blieb die Anstalt dieselbe, wie bisher.

Nach dem Tode des vormaligen Pädagogiarchen Arnoldi, dem man die Dienst- Wohnung seines früheren Amtes bis an sein Ende gelassen hatte, wurden die von diesem bisher bewohnten Räume auf Verfügung Kurfürstlichen Ministeriums des Inneren im Spät- jahr 1835 dem Gymnasium von der Universität miethweise überlassen. Dadurch wurde es endlich möglich, den Schülern des Gymnasiums einen innerhalb der Ringmauern be-