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hin, die in unserem Dome stattfanden. Hier entfaltete die Kirche ihr alter- thümliches Gepräng; hier empfing noch Franz die Salbung wie ein vom Propheten erkorener König des alten Bundes; hier wurde der Erwählte der Nation durch den Primas des Reiches, den Nachfolger des heiligen Boni- facius, an den Altar geführt. Das Kaiserthum in diesem Sinne gehört der Vergangenheit an und kann nicht erneuert werden.
Aber in die Krônungsfeier verschlangen sich auch Elemente ganz ver- schiedener Art, Züge von urheimischen Wesen, die auf jene frische Jugend- zeit der deutschen Stämme hinweisen, da Gothen, Vandalen und Longo- barden von ihrer Waldung oder Feldmark auszogen, um im westrõmischen Reich ihren Sitz aufzuschlagen. Zwei Züge besonders mahnen uns an das alte Heerkönigthum; der eine besteht in der Vorstellung, dass das gewählte Oberhaupt bei seiner Erhebung von den Ministerialen umgeben sein müsse und dass die höchsten unter diesen sich dabei geehrt fühlen, ihm dienend zur Seite zu stehen. Diese Vorstellung drang allmählich tief ein. Der Dichter der Nibelungen, an der Wende des zwölften und dreizehnten Jahr- hunderts, wúrde den Hofstaat Günthers und Krimhildens nicht für einen vollständigen gehalten haben, wenn er uns nicht zu berichten wüsste, dass Dankwart Marschall und Ortwei. von Metz Truchsess war, dass Sindolt als Schenk und Hunolt als Kämmerer walteten. Ein zweiter dem frischen Leben der deutschen Vorzeit angehörender Zug ist es, dass man annimmt, das Oberhaupt des Stammes habe die Seinigen zu erfreuen und zu ver- sorgen, ihnen die Mittel des Lebens und den Schmuck desselben zu spenden, ihnen Kleidung und Nahrung, die Hülle wie die Fülle zu gewähren. Vor Allen ist der Tag seiner Erhebung ein Freudentag; auf die Erstlinge des Königthums hat das Volk ein Anrecht, sobald er davon gekostet. Und so war unsere Bürgerschaft zu Gaste beim Krönungsmahl und beim Krönungs- wein; dieser Antheil am Fest erregte helle, volksthümliche Freude; hier pflanzte sich jenes buntbewegte Marktleben des Mittelalters fort, zu welchem die Erker, Zinnen und Ausbauten der alten Häuser den passenden Rahmen bildeten. Wir kannten noch manches greise Haupt, welches durch die Er- innerung an den Trunk aus jenem Brunnen oder durch den Anblick der damals erhaschten Kaisermünze froh angeregt war. Die Spuren dieser


