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schiedene Motive: das welthistorisch-symbolische und das lebensfrisch- nationale. Jenes hatte seine Wurzel in der Idee der zwiefachen Weltherr- schaft, wie sie der in sinnreichen Bildern webende Geist des Mittelalters ausgebildet hat. Auf Rom führte er den Ursprung und die Weihe des weltlichen wie des geistlichen Schwertes zurück. Von Aeneas, dem Trojaner, der nach göttlichem Rathschlusse der Stiftung des römischen Reiches voran- ging, stammte das julische Haus, stammte Julius Cäsar, der Begründer der vierten Weltmonarchie, welcher man Dauer zusprach bis zum Ende der Menschengeschichte. Cäsar und Christus aber waren auf einander berechnet; Jener musste das einheitliche Weltreich herstellen, als einen Schauplatz, auf welchem das Christenthum kämpfen und siegen und die Sühne des Ge- schlechtes sich vollziehen sollte. Darum schloss Augustus die Janushalle, damit bei allgemeinem Frieden der Erlöser ins Leben eintrete. Und wie Cäsar schon bei Pharsalus mit Hülfe der Deutschen die Weltherrschaft ge- wann: so waren es die trojanischen Franken, die an den Niederrhein zogen und der Stadt Xanten nach dem Flusse Xanthus bei Troja ihren Namen verliehen. Aus ihnen ging der grosse Karl als Erbe des Aeneas und Ju- lius hervor. Auf diese grossartige Fiction stützte sich Friedrich der Roth- bart, als er die Erhebung Karls zum Heiligen durchsetzte und als er das Kaiserrecht Justinians über die Bewohner Italiens in Anspruch nahm. Nicht umsonst suchte er in Rom nach dem Grabe des Evandersohnes Pallas, der einst im Kampfe für Aeneas sein junges Leben geopfert hatte. Diese Vorstellungen brachte Dante in seinem weihevollen Gedichte zum Abschluss; er gab ihnen ein unsterbliches Leben im Gesang, eben da sie aus der Wirk- lichkeit zu schwinden begannen. Für ihn stand der römische Kaiser Hein- rich von Luxemburg gleichberechtigt neben dem Statthalter Christi, und im tiefsten Grunde seiner Hölle zeigt er uns die drei Verräther an den Wohl- thätern der Menschheit, Brutus und Cassius neben Judas Ischarioth. Darum trat der Inhaber des deutschen Kaiserschwertes auch kirchlich dem Nach- folger Petri zur Seite; und an jenem Weihnachtstage, da Karl IV. in der deutschen Reichsstadt Metz die goldene Bulle verkündigte, ministrierte er als Diaconus des Papstes. Von diesem fest geschlungenen Gewebe bildlicher Anschauungen zogen sich die letzten Ausläufer bis zu den Feierlichkeiten


