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Mauer, geschützt durch 3 halbrunde, nach innen offene Türme, in grader Linie auf das ehemalige Franziskanerkloster, das jetzige Seminargebäude der Universität und Turnhalle, zu. Die letztere, als ehemalige Klosterkirche, trägt noch den Dachreiter, während der Turm, den das Bild daneben zeigt, ein Befestigungsturm des Barfüssertores zu sein scheint, denn er gleicht denen vom Grünertor und Renthoftor. Vor dem Barfüssertor lagen noch eine kleine Kapelle und einige Scheunen. Die alten Klostergebäude bilden hier eine rechtwinklige Ecke der Stadtmauer, die nun in östlicher Richtung ohne Türme unterhalb der Häuser der Unter- gasse bis zur Lahnpforte läuft, welche durch einen niedrigen, kaum über die umliegenden Häuser emporragenden Turm geschützt zu sein scheint. Hier bildet das ehemalige Dominikanerkloster (wo jetzt die Universität steht) eine etwas vorspringende Ecke, und von da läuft die Mauer hoch über den Pilgrimstein bis an das untere Ende der Neustadt, wo sich wieder ein Turm befindet, wohl neben oder über der Kesselpforte, und von da, wieder durch 3 Türme geschützt, grade auf die nordöstliche Ecke des Schlosses zu. Innerhalb dieser Mauer liegen 137 Wohn- häuser.
Zur Stadt gehören noch weitere Stadtteile, die als Vorstädte bezeichnet werden; es sind„der Grient, Weidenhausen, Bilgram- stein, Rodengraben und uff der Ketzerbach“. Auch diese sind mit Mauern oder Gräben, mit Pallisaden, mit befestigten Toren oder Tortürmen versehen. An diesen Toren liegen Wachtstuben oder Wachthäuser, und bei den wichtigeren, z. B. dem Kesseltor, werden im Lauf des Krieges noch Nachbarhäuser geräumt und für die Wache hergerichtet.
Die Stadt wurde durch eine Leitung von Holzröhren mit Wasser aus der Marbach versorgt; die Brunnen hatten schöne Röhren aus Messing. das Schloss erhielt sein Wasser durch ein besonderes Wasserwerk. Zur Stadt gehören ferner 2 Mühlen, deren eine das Meriansche Bild unterhalb des Tores am Grün zeigt; erwähnt werden noch eine landgräfliche Kupfer- und eine Papiermühle. Von städtischen Gebäuden wird in erster Linie das Rathaus genannt, dessen grosser Saal zu den Schöffen- sitzungen und dessen kleiner Saal zu Versammlungen der Zünfte,


