Teil eines Werkes 
1. Teil (1902)
Entstehung
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Der Orden verbreitete sich sehr rasch nach Böhmen und Polen; schon 1631 wurde zu Nikolsburg das erste Ordenshaus in Deutschland gegründet. Die Thätigkeit der Piaristen hatte sich bisher hauptsächlich auf die niederen Schulen erstreckt; jetzt, nach Aufhebung des Jesuitenordens, wurden sie auch als Lehrer an den Universitäten verwendet. Freilich sahen die Jesuiten nicht unthätig jenen Reformen zu, sondern wirkten, da auch nach der Auflösung des Ordens die Einzelnen mutata veste sich meistens in ihrem Finflusse zu pehaupten verstanden, ihnen vielfach mit Erfolg entgegen. Die Regierung besals bei vielem guten Willen zu Verbesserungen ihnen gegenüber doch nicht die nötige Festig- keit; sie wurde schwankend und verzichtete zuletzt auf die Ausführung vieler wohl- gemeinten, heilsamen Absichten.

Prag, Sonnabend, den 26. August Freitag, den 1. September 1775.

Die im dreilsigjährigen und im siebenjährigen Kriege so oft und heiſs umstrittene Stadt Prag wies die älteste deutsche Universität auf. Sie war 1348 von Kaiser Karl gegründet worden; aber schon nach sechzig Jahren begann, als in Folge der Streitig- keiten, die Hulſs und Hieronymus zwischen den einheimischen und fremden Studenten hervorriefen, die letzteren auswanderten und die Veranlassung zur Gründung anderer Universitäten gaben, ihr Niedergang und mit dem Ausbruch der Hussitenkriege ein schneller Verfall, aus dem sie erst Ferdinand I. mit Hilfe der Jesuiten zu retten suchte, wiewohl vergeblich. Von Ferdinand H. wurde die Universität gänzlich den Jesuiten über- geben, und sie behielten die Oberhand bis zur Regierung Maria Theresias, die im An- fange der siebenziger Jahre ihre Reformen mit Einschränkung des Einflusses der Jesuiten begann und deren Nachfolger Joseph II. und Leopold II. die Reformen fortsetzten; zu- gleich wurde für alle Vorlesungen statt der bisher üblichen lateinischen Sprache die deutsche Sprache vorgeschrieben.

Die Einschriften der Personen, die sich zu Prag in Soermans' Stammbuch ein- getragen haben, folgen hintereinander. Von den Gelehrten begegnen wir zuerst dem

265 böhmischen Geschichtsforscher Felix Jakob Pobner, der zu Prag 1719 geboren wurde

und 1790 ebendaselbst starb.

Sit /ortuna comes Nbi, du Meus ipse viarum; Vrtus, Relligio, doctrinaque foenus earum. ita er animo cupit Pragae 26 Augusti Gelasius à S. Catharina Mobnen 7775 e Scholis Pijs Mector.

Dobner war früh in den Orden der Piaristen eingetreten. An dem Kollegium der frommen Schulen, das nach Beseitigung vieler Hindernisse in Prag neu errichtet worden, war er von 1762 bis 1778 Rektor; auch wurde er im Jahre 1775 zum Consultor provinciae ernannt. Durch Anwendung des kritischen Verfahrens schuf er eine neue Epoche in der böhmischen Geschichtsschreibung, so dals man von einer Dobnerschen Periode des historischen Studiums spricht und ihn selbst den Vater der neueren Geschichte Böhmens genannt hat. Maria