Teil eines Werkes 
1. Teil (1902)
Entstehung
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Am Sonnabend, den 5. August, hat sich der Geh. Legationsrat und Generaldirektor der Kunstakademien zu Dresden und Leipzig v. Hagedorn, der jüngere Bruder des Hamburger Dichters Friedrich v. Hagedorn eingezeichnet. Er war 1757 in sächsische Dienste getreten. Von ihm war der Entwurf zu der 1764 gegründeten Akademie der zeichnenden und bildenden Künste ausgegangen. Durch seine vielgelesenen ästhetischen Schriften, wie z. B. seineBetrachtungen über die Malerei 1762, in denen er die Ansicht vertritt, dals nur die Freunde der Natur echte Schätzer der Kunst seien, hatte er auf lange Zeit einen mafsgebenden Einfluſs auf seine Zeitgenossen gewonnen. Er besaſs eine vortreffliche Sammlung von Gemälden, Handzeichnungen und Kupfer- stichen, die auch Goethe's Entzücken hervorriefen, und übte sich selbst in der Radier- kunst. Bei seinem Tode 1780 vermachte er sein ganzes Vermögen, seine ansehnliche Bibliothek und jene Gemäldesammlung der Universität Wittenberg. Er schrieb sich mit einer Sentenz aus Cicero(De natura Deorum II, 5), die auch schon der Professor der Botanik Dr. Joh. Fhrenfried Pohl zu Leipzig benutzt hatte, folgendermalsen ein:

Opinionum commenta delet dies, natunae iudicia conſirmat. Cic. NHoc Ciceronianum etiam de artibus intelliyi cupit, memoriam su commendatunus Mnistianus Pudovicus de Hagedorn. Dresdae d. 5. Aug. MDCCLXXV.

In Osterreich war die Kaiserin Maria Theresia,die Gröſseste und Beste Frau, während ihrer ganzen Regierungszeit, besonders aber seit dem Ende des siebenjährigen Krieges aufs eifrigste bestrebt, durch hochherzigen Aufwand reicher Mittel alle Bildungs- anstalten, die hohen wie die niederen, zu heben. Die östreichischen Patrioten meinten, dals ihre unzähligen Stiftungen für die Aufklärung alles überträfen, wodurch je eine deutsche Kaiserin die Heilig-Sprechung verdiente. Zur Durchführung ihrer reformatorischen Pläne berief sie tüchtige Männer auch aus dem Auslande, vor allen van Swieten, der als Leibarzt der Kaiserin 1745 nach Wien kam, aber bald nicht blols als Arzt, sondern als Reformator des Studienwesens eine groſse, segensreiche Wirksamkeit ausübte. Mit der Aufhebung des Jesuitenordens fiel das letzte groſse Hindernis, das einer gründlichen Reform des Unterrichtswesens entgegenstand. Die Jesuiten hatten ja auch völlig ab- gewirtschaftet; durch den geisttötenden Betrieb alles Unterrichts hatten sie die Schulen, die ihnen nach und nach fast alle ausgeliefert worden waren, so vollständig zu Grunde gerichtet, dals, wenn man sie nicht ganz schlieſsen wollte, nichts übrig blieb, als mit anderer Hilfe zu versuchen, sie wieder emporzubringen. Ein Anteil an dieser Aufgabe fiel dem Orden der Piaristen zu. Dieser Orden war von dem heil. Joseph von Calasanza 1621 gestiftet worden und verpflichtete seine Mitglieder auſser zu den drei gewöhnlichen Mönchsgelübden zu dem vierten, die Jugend, insbesondere die armen Kinder zu unter- richten. Fs wurden ihnen die Privilegien der Bettelorden erteilt, und sie nannten sich

Regulares pauperes Matris Dei scholarum piarum, woraus der NamePiaristen entstand. 6*

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