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Schriften beziehen sich nicht blols auf die Rechtsgelehrsamkeit, obgleich auch deren Zahl sehr groſs war und sie sich fast auf alle Gebiete derselben erstreckten, sondern er verfafste auch deutsche Schriften, die sich durch feinen Humor und Witz auszeichnen, wie schon zum Teil die blolsen Titel erkennen lassen:„Erklärung des goldenen Horns aus der Nordischen Theologie“ 1769,„Kleine Plappereien“ 1773,„Brutalia juris für alle Menschen- kinder“ 1779. Ja selbst jene kleine Finschrift verrät doch in der Verschlingung der Anfangsbuchstaben seines Namens deutlich die Lust und Neigung zu Scherz und Spiel.
Der letzte der Leipziger Universitätslehrer, der sich in das Stammbuch Soermans' einzeichnete, war der Philologe Reiz, 1733— 1790, der sich als Denkspruch die beiden Verse aus Horaz' Carmina I, 24, 19— 20 wählte:
Levius ſit patientia Quidquid corrigere est nefas. vider. Volgangus Reieius Collegii Maioris Prineipum Socius P. P. E. Lipsiae die 4 Julii a. C N. COCCLXXV
Reiz, aus der freien Reichsstadt Windsheim gebürtig, wo seine Vorfahren mehrere Menschenalter hindurch Geistliche gewesen waren, hatte sich seit 1753 unter Ernesti dem Studium der klassischen Philologie gewidmet, hatte sich dann im Jahre 1766 an der Leipziger Uuiversität habilitiert und war seit 1772 auſserordentlicher Professor in der philosophischen Fakultät. Im Jahre 1773 war er nach Wien berufen worden, um dort das dem Freiherrn v. Heſs gehörige, von Joseph de France, dem 1761 verstorbenen Schatz- meister der Kaiserin Maria-Theresia, begründete Antiquitätenkabinett zu ordnen. Nach- dem er dort über ein Jahr verweilt hatte, war er wieder nach Leipzig zurückgekehrt, wo er 1781 eine Beschreibung jener berühmten Sammlung erscheinen liels. Im J. 1782 wurde er nach Morus' Ubertritt zur theologischen Fakultät an dessen Stelle ordentlicher Professor der griechischen und lateinischen Sprache und 1785 nach Clodius' Tode Professor der Dichtkunst; denn auch als lateinischer Dichter hat er sich bewährt. Als Lehrer wie als Gelehrter gehörte er zu den bedeutendsten seiner Zeit; er ist der Begründer der neuen exakten Richtung in der philologischen Wissenschaft geworden, die Gottfried Hermann und Friedrich August Wolf, die beide in ein näheres persönliches Verhältnis zu ihm getreten sind, jener als ein Schüler und Verwandter, dieser als ein jüngerer Freund, weiter ausgebildet haben. Im J. 1782 ward er an Bel's Stelle Direktor der Universitäts- bibliothek; seine Besoldung aber schenkte er, obwohl er bei zahlreicher Familie kein vermögen besals, der Bibliothek zur Vermehrung ihrer Sammlungen.
Als letzte Leipziger Berühmtheit finden wir wieder einen Litteraten, nämlich Johann Jacob Engel, der im Gegensatze zu dem auf der Höhe seines litterarischen Ruhmes stehenden Chr. F. Weiſse durch seine ersten dichterischen und philosophischen publikationen die Gunst und Bewunderung seiner Zeitgenossen zu erwerben im Begriffe stand. Er war im J. 1741 zu Parchim in Mecklenburg geboren. Nachdem er die Uni- versitäten Rostock und Bützow besucht hatte, war er zur Fortsetzung seiner philosophischen Studien 1765 nach Leipzig gegangen. Seine schriftstellerische Laufbahn hatte er eben im Anfange der 70 er Jahre mit kleinen Lust- und Schauspielen eröffnet; darunter war sein


