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nach Utrecht gegangen, um Theologie zu studieren; 1754 hatte er zu Murten im Waadt- lande ein Predigtamt erhalten, und nachdem er noch zwei Stellen in seinem Heimat- lande bekleidet hatte, war er 1758 als Prediger der deutsch-reformierten Gemeinde nach Leipzig berufen worden, wo er bald als Kanzelredner zu hohem Ansehen gelangte. Seine Predigten waren zu dieser Zeit schon in mehreren Auflagen verbreitet; aber einer ganz besonderen Beliebtheit erfreute sich sein„Neues Gesangbuch“, in das er viele bisher un- gedruckte Lieder von modernen Dichtern wie Gellert, Cramer, Schlegel, Klopstock, Uz, aufnahm; es erfuhr 8 Auflagen vom ersten Erscheinen im Jahre 1766 bis zum Todesjahre Zollikofers 1788. In den Jahren 1771— 73 war von ihm auch das„Geheime Tagebuch von einem Beobachter seiner selbst“ erschienen, das sein Landsmann Lavater verfalst, ihm aber zur Herausgabe anvertraut hatte.— Zu seiner Einschrift in das Stammbuch wählte er die Worte:
Nhil habet nec Fontuma humana maius, nec natura melius quam ut quam plurimis prodesse et possimus et cupiamus. Cic.
Nach seiner Angabe stammen also diese Worte aus Cicero; indessen vermag ich das Citat in dieser Gestalt nicht bei Cicero aufzufinden; es ist wohl nur eine Reminiscenz. Ahnliche Gedanken werden bei Cicero mehrfach ausgesprochen; am nächsten kommt noch die Stelle Pro Ligario 38: nihil habet nec fortuna tua maius quam ut possis, nec natura melius quam ut velis servare quam plurimos.
Am folgenden Tage, einem Sonntag, schrieb sich der Rechtsgelehrte Carl Ferdinand Hommel(1722— 81), der Spröſsling einer vor länger als 200 Jahren aus der freien Reichsstadt Memmingen im schwäbischen Kreise nach Leipzig übergesiedelten Gelehrten- familie, der Sohn des 1765 als Professor der Rechte und Appellationsrat verstorbenen Ferd. Aug. Hommel, in folgender Gestalt ein:
Sapientiae initium Mubitatio. m. c. Scr. Lipsiae die 2. Julih 1775
— ommel Ordinarius Lip/.
Seit 1744 an der Universität habilitiert, an der seine Vorlesungen mit vielem Beifall aufgenommen wurden, war er bis zum Jahre 1763 durch alle Professuren der juristischen Fakultät hindurchgegangen. In dem genannten Jahre rückte er in die Stelle des Ordinarius ein, nachdem sein Vater wegen Altersschwäche den Eintritt abgelehnt hatte. Der Titel Ordinarius bezeichnete in der Leipziger Juristenfakultät den Inhaber der ersten, mit der ständigen Vorstandschaft der Fakultät ausgestatteten Professur, also gleichsam den be- ständigen Dekan, welche Würde somit Hommel 18 Jahre lang bekleidete. Der Ordinarius wurde auch als der Consiliarius universitatis angesehen, an dessen Gutachten in Justiz- und Verwaltungssachen sich die Rektoren in der Regel gebunden erachteten. Hommel gehörte zu den sogenannten„eleganten Juristen“, die sich aulser ihrer Fachwissenschaft auch mit philosophischen Fragen und naturwissenschaftlichen Problemen beschäftigten. Auch seine
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