alle früheren dieser Art bei weitem übertraf, deren Zahl doch an der Leipziger Uni- versität nicht gering war.
Um die durch seinen Tod erledigte Professur der Geschichte bewarb sich auch Schröckh, jener Professor der Kirchen- und Profangeschichte in Wittenberg, der Neffe des oben genannten Professors Bel, indes vergeblich; es erhielt sie Friedr. Aug. Wilh.
189 Wenck(1741— 1810), der sich am Tage zuvor, den 20. Juni 1775, mit folgendem Citat
in Soermans Stammbuch eingeschrieben hat:
Bertholdus TI, Zaringiae Dua, si quando nuntius tristia ipsi appor-
tans, secundum quod feri assolet, haesitare voluit, divit, die, dic“ scio
enim, quod semper laeta tristia, vel tristia praecedant
Magniſica voæ et viro forti digna. Otto Fisingensis de gestis Frider. J. p
Wenck hatte 1770 als Magister seine Vorlesungen eröffnet und war zu dieser Zeit noch auſserordentlicher Professor; im J. 1779 wurde er ordentlicher Professor der Philosophie. Er gehörte von 1776/7 auch der Jablonowskischen Gesellschaft an, und war von 1801 an bis zu seinem Tode ihr fünfter Präsident.
In der Nähe Weiſse's hat sich der Professor Schwabe(1714— 1784), der ja in der That mehr zu den Litteraten als zu den Akademikern gehörte, eingeschrieben:
Noc est Vvere bis, vita posse priore Frui. Memoriae causa scribebat Tipsiae d. XX Jun. Joannes Joachimus Schabe, COOCCLXXV. Prof. Phil. P. Colleg. maj. Princip. Coll. et Bibl. acad. cust. h. t. Praep. Majn.
Dieser Mann, der sich jetzt von einer stillen Thätigkeit als Ubersetzer von Reise- beschreibungen und naturwissenschaftlichen Werken, gelegentlich auch als Korrektor im Dienste des Breitkopf'schen Verlages nährte, konnte wohl bei der Erinnerung an eine vergangene Zeit, in der er in Verbindung mit Gottsched an der Erhebung des deutschen Geistes mitarbeitete, einige Genugthuung empfinden. Als er, von Magdeburg kommend, 1734 die Universität Leipzig bezog, war er mit Gottsched bekannt geworden und hatte sich ihm ganz in seinen Bestrebungen um die Hebung der deutschen Litteratur an- geschlossen. Bald hatte er dessen ganzes Vertrauen gewonnen; Gottsched überliels ihm nicht nur die Aufgabe, seine junge Frau, die aus Panzig gebürtige Luise Adelgunde Viktoria Kulmus, in die alten Schriftsteller einzuführen, sondern auch die Herausgabe seiner eigenen Schriften. Und gerade in den Einleitungen zu diesen Schriften bekundete Schwabe vielfach ein von den Ansichten seines Meisters abweichendes, richtigeres Urteil; aper er besals nicht die Kraft des Geistes, sich gänzlich von ihm loszusagen. So führte er die Zeitschrift:„Belustigungen des Verstandes und Witzes“ immer noch in Gottscheds Sinne als dessen„getreuer Schildknappe“ weiter, als Schon andere Mitarbeiter, wie Gellert, Uz, Kleist, Rabener u. s. w. in den Bremer Beiträgen ein von Gottsched unabhängiges Unternehmen begründet hatten. Mit dem Aufhören jener Zeitschrift(1745) hörte auch Schwabe's thätiges Eingreifen in die Litteraturbewegung auf. Bei dem geringen EFin-


