Teil eines Werkes 
1. Teil (1902)
Entstehung
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zu zeitlichen Gütern. Er besals zwei Rittergüter und eine reiche Bibliothek. Er hinter- liels eine einzige Tochter, Sophie Friederike, der er eine sehr gelehrte Erziehung gegeben hatte. Sie besals reiche Kenntnisse in der lateinischen und griechischen Litteratur. Wegen des Reichtums ihres Vaters wurde sie viel umworben, doch blieb sie unvermähit. Bei ihrem Tode, der fünf Monate nach dem ihres Vaters eintrat, setzte sie allerlei Legate aus, auſser Stipendien für Studierende auch eine Summe zu dem Zwecke, dals das An- denken ihres Vaters jährlich nicht nur in der Schule seines Geburtsortes Tennstädt, die er einst selbst besucht hatte, sondern auch in Leipzig teils in der Thomasschule, teils an der Universität durch eine von einem Magister legens öffentlich zu haltende Rede gefeiert werden sollte.

Die Einschrift des Historikers und Staatsrechtslehrers Böhme(1717 1780), an den Goethe bei seiner Entsendung zur Universität empfohlen war und der ihn bei dem vom Vater vorgeschriebenen Studium der Rechte festzuhalten wuſste, lautet also:

Mancet sine inwidia vintus. Memoriae et amicitiae caussa scripsi Johannes Gottlob Boehmius Consil. Aulic.[1766)§ Hstoriogr. Sau.[1760) Hist. Prof. Publ.[1758] Alumn. Elect. Eplor.[1767) 4cad Pacemv.[1771]) Colleg. Princ. Sen.[1772] P. 4. Acad. Pisaur. Institut. Hist. Gottingens. Sodalit. Litt. Lips. Jenens. Teutoburgens. Moguno-Enfordiens. Soc. Honorar. Lipsiae a. d. XX. Jun. MDCCLXXV.

Böhme hatte zu Leipzig unter dem berühmten, von Goethe öfter genannten Staats- rechtslehrer und Geschichtsschreiber Mascov(1689 1761) studiert und war nach Jöchers Tode 1758 ordentlicher Professor der Geschichte geworden. Seine gründlichen Forschungen zur deutschen und sächsischen Geschichte hat er in mehreren Schriften niedergelegt, die sich durch gutes Latein auszeichnen. Seine Gewissenhaftigkeit, die ihm als Lehrer nachgerühmt wird, und von der auch die Art seines Pinwirkens auf den jungen Goethe Zeugnis ablegt, spricht sich selbst in der obigen Finschrift aus, in der alle seine Imter und Würden in etwas pedantischer Weise von ihm aufgezählt sind. Es ist hierbei auf- fällig, dals Böhme zwar seine Zugehörigkeit zur Academia Pisaurensis, nicht aber die zur Akademie der Akadier zu Rom erwähnt, deren Mitglied er unter dem Namen Crisenius Beroensis gewesen ist. Da nur Dichter und Dichterinnen in diese 1690 auf Betrieb des Dichters Crescimbeni gegründete Akademie aufgenommen wurden, so war Böhmes Aufnahme wohl auf Grund seiner lateinischen Dichtungen erfolgt, deren erste Ausgabe 1749 erschien; in der zweiten Ausgabe derselben vom Jahre 1757 bezeichnet er sich bereits als Mitglied dieser Akademie. Dals auch Goethe noch in den letzten Wochen seines römischen Aufenthalts im Januar 1788 in sie aufgenommen wurde, erzählt er uns selbst in seiner Italienischen Reise. Böhme starb am 20. Juli 1780 eines plötzlichen Todes, indem ein Schlagfluls ihn mitten in der Vorlesung traf. Zuvor hatte er noch auſser andern milden Stiftungen für Studierende seine aus 6500 vorzüg- lichen Büchern bestehende Bibliothek der Universität vermacht, eine Schenkung, die

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