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Nachher konnte das Werk wegen der Abnahme des Interesses an der lateinischen Sprache und des Aufkommens der deutsch geschriebenen Journale nicht mehr aufgenommen werden. Der mittlere von jenen drei Mencken hatte 1715 auch eine„Neue Zeitung von gelehrten Sachen u. s. w.“ in deutscher Sprache begründet; auch ihre Redaktion war seit 1754 in Bel's Händen. Er führte sie bis Johannis 1781; von da an redigierten sie bis zu ihrem Aufhören im J. 1798 andere.— Bel war seit 1771 auch Senior der philo- Sophischen Fakultät; ein Jahr vor seinem Tode— er erhängte sich in einem Anfalle von Schwermut im April 1782— war er noch Präsident der Jablonowskischen Gesell- schaft geworden. Jenes lateinische Sprüchwort in der Finschrift führt Erasmus von Rotterdam in seinen Adagia auf griechischen Ursprung zurück: o nrdöc„„ öac, couuoc oö yiwrat, und nennt als seinen Gewährsmann den Michael Apostolius. Dies war einer von jenen griechischen Gelehrten, die infolge der Einnahme Konstantinopels durch die Türken nach Italien gingen, um dort in der Umgebung der für Künste und Wissenschaften begeisterten Fürsten und Vornehmen ihr Glück zu machen. Er ver- falste auſser andern Schriften auch eine Sammlung von griechischen Sprüchwörtern und schöpfte dabei vielfach, wie Erasmus sich ausdrückt, a vulgi faece.
Auf dem folgenden Blatte hat sich der berühmte Philologe und Theologe Joh. Aug. Ernesti(1707— 1781) mit den Worten eingezeichnet:
Atye dgtore z odsv zdAtora.
Seine Wirksamkeit gehörte seit 1759 ausschlieſslich der Universität an. Vorher, vom Jahre 1731 ab, Konrektor und vom Jahre 1734 ab— im Alter von 27 Jahren— Rektor an der Thomasschule, hatte er in dieser Stellung ein solches Lehrgeschick entfaltet, daſs ihm i. J. 1742 durch eine besondere kurfürstliche Verfügung entgegen dem bisher streng geübten Gebrauche neben dem Schulamt ein akademischer Lehrstuhl als Professor extra- ordinarius litterarum humaniorum eingeräumt wurde. 1757 war er in die theologische Fakultät übergetreten, in der er nun namentlich durch Ubertragung der philologischen Kritik von den klassischen Schriftstellern auf die biblischen Schriften freiere Grundsätze für ihre Auslegung schuf und damit Epoche machte. In diesem Jahre 1775 war er Pekan der theologischen Fakultät und sollte nach wenigen Monaten, nach Crusius' Ableben, ihr Senior werden. Ein halbes Jahr zuvor war er bei der eben gegründeten Jablonowskischen Gesellschaft zu deren erstem Präsidenten ernannt worden. Er wurde nächst Melanchthon und Camerarius als praeceptor Germaniae gefeiert, und schon jetzt nahmen viele seiner Schüler als Theologen, Philologen und Juristen, selbst an der Leipziger Universität, akademische Imter ein. Gerade in dieser Zeit(1774—77) war er, der von seinen Zeitgenossen Cicero-Ernesti genannt, von den holländischen Gelehrten als Sospitator Ciceronis gechrt wurde, mit der dritten, der bedeutendsten seiner Cicero-Ausgaben, be- schäftigt. Seine eigenen Leistungen auf dem Gebiete der lateinischen Beredsamkeit in Gestalt von Memoriae und Elogia, zu denen ihm das Amt des Professors der Eloquenz (756— 70) die nächste und häufigste Veranlassung bot, waren schon in mehreren Samm- lungen erschienen. Sie feierten nicht blols das Gedächtnis seiner Kollegen, sondern auch das angesehener Männer und Frauen der Stadt Leipzig, und da mit diesen Druckschriften ein groſser Luxus getrieben wurde und die Hinterbliebenen von reichen Leuten gut dafür bezahlten so verschafften sie ihm nicht allein groſsen Ruhm, sondern verhalfen ihm auch


