Teil eines Werkes 
1. Teil (1902)
Entstehung
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sondern auch die Bücher des Neuen Testaments und zwar sämtlich aufser der Offen- barung Johannis. Als Ernesti 1782 starb, wurde Morus auch im theologischen Lehramt sein Nachfolger. Als akademischer Lehrer hatte er sichErnestis unnachahmliche Methode und wahrhaft bildenden Vortrag zum Muster genommen und war überaus beliebt. Aber auch als exegetischer Schriftsteller wirkte er auf weite Kreise, und selbst im Auslande, bei Franzosen und Engländern, stand er wegen seines gründlichen Sprachstudiums in hohem Ansehen. Als er 1792, erst 56 Jahre alt, starb, herrschte in Leipzig allgemeine Trauer, wie etwas ähnliches seit Gellerts Tod sich nicht ereignet hatte.

Von den 14 Gelehrten, die sich am folgenden Tage, Mittwoch, den 21. Juni, ein-

gezeichnet haben, heben wir zuerst den Historiker Bel, den Oheim jenes Wittenberger 49

Professors Schröckh, heraus, der sich folgendermaſsen eingeschrieben hat:

Lutum, nist tundatum, non ſit unceus, Memoriam su commendatunus, soripsit D. Carolus Andreas Bel,

Consil. Aul. Seren. Mect. Saon. Poeseos Prof. ordin. et Academ. Bibliot. Lipsiae, d. XXV. Juni MDCCLXXV.

C. A. Bel, 1717 als Sohn des ungarischen Geschichtsforschers Mathias Bel(1684 1749) in Prelsburg geboren, war, nachdem er von 1735 an zu Altdorf und Jena studiert, dann 1739 Straſsburg, wo er mit dem Geschichts- und Altertumsforscher Schöpflin bekannt wurde, und Paris besucht hatte, 1740 nach seiner Vaterstadt zurückgekehrt. Aber schon im nächsten Jahre kam er nach Leipzig, wo er 1743 zunächst auſserordent- licher, 1757 ordentlicher Professor der Dichtkunst wurde. Aüch seine Forschungen be- zogen sich hauptsächlich auf die ungarische und österreichische Geschichte, über die er verschiedene Schriften erscheinen lieſs. Das Amt eines Direktors der Universitäts-Biblio- thek erhielt er 1758; als solcher bezog er ein Jahrgehalt, das sich also zusammensetzte:

1) aus dem Buhle'schen Legat...... 17 Thaler 18 Groschen 2) aus dem Fiskus des Pauliner Kollegiums 17 12

3) von der theologischen Fakultät.... 1 Gulden

4) von der philosophischen Fakultät... 2

zusammen 37 Thaler 21 Groschen.

Es sei bemerkt, daſs er seit 1754 Redakteur zweier, ihrer Zeit berühmten, Zeitschriften war. Erstlich der Acta Eruditorum Lipsiensium. Diese waren als die erste gelehrte Zeitung in Deutschland von dem Lic. Otto Mencken, Prof. Moral. et Polit.(1644 1707) im Jahre 1682 begründet, von seinem Sohne, dem Professor der Geschichte Joh. Burchard Mencken(1674 1732), und dann von dessen Sohne Friedrich Otto Mencken( 1754) fortgeführt worden und hatten sich einer steigenden Beliebtheit nicht blols in Peutsch- land, Ssondern auch im Ausland erfreut. Die Erben übertrugen die fernere Direktion dem Professor Bel, der aber doch für ein solches Geschäft nicht recht paſste. Weder die ein- zelnen Monatsstücke, noch auch zuletzt die Jahrgänge erschienen zu rechter Zeit; so geriet das Unternehmen zuerst ins Stocken und ging zuletzt gänzlich ein. Der letzte Band ist datiert vom Jahre 1776, erschien aber erst 1782, als der Herausgeber schon tot war.

K aiserin Augusta-Gymn. 1902. 5