Teil eines Werkes 
1. Teil (1902)
Entstehung
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erst 20 Jahre nach seiner Beförderung zum Magister ward er aufserordentlicher und erst 1769 ordentlicher Professor der Mathematik. Hoc tempore Dekan der philosophischen Fakultät, d. h. im Sommersemester 1775, da in dieser Fakultät das Dekanat alle Halb- jahre wechselte. Er hat auch in den Wintersemestern 1772/3, 1780/1 und 1786/87 das Amt des Rektors der Universität bekleidet. Von 1782 an war er Präsident, und zwar der dritte in der Reihe, der Jablonowskischen Gesellschaft. Aus Dankbarkeit gegen das Frauenkollegium, das ihm seine ersten Einkünfte gegeben, dessen Mitglied er über 50 Jahre und dessen Senior er 19 Jahre gewesen, setzte er bei seinem Tode dieses Kollegium zum Erben ein und stiftete ein Kapital von mehr als 1000 Thalern, dessen Zinsen abwechselnd ein in Leipzig studierender geborener Preulse oder Schlesier auf 3, oder wenn er sich zu einem Lehrer auf der Universität qualifiziere, auf 4 Jahre als Stipendium er- halten sollte.

Von den sechs Gelehrten, die sich am darauffolgenden Dienstage eingetragen haben, hat sich Bortz gegenüber der Philosoph und Theologe Crusius(1715 75) folgender- gestalt eingeschrieben:

¶Aorohusa zvdosorot 75 Koi etwu. Memoriae causa scripsit et C. Possessori sui memoriam, cum ap- Lipsiae precatione omnigenae a POMNO Salutis, humanissime commendat D. Cristianus Augustus Crusius Prof. priman.

Crusius, der einflusreichste Gegner der Wolfischen Philosophie, hatte sich 1737 als Magister in der philosophischen Fakultät habilitiert. Im J. 1750 war er als ordentlicher Professor und Doktor der Theologie in die theologische Fakultät übergetreten, wo er als Lehrer der Gottesgelahrheit eine vermittelnde Stellung zwischen der alten Orthodoxie und dem aufkeimenden Rationalismus einnahm und Vernunft und Offenbarung, Philosophie und Theologie in Einklang zu bringen suchte. Seit 1757 war er Senior oder Professor primarius seiner Fakultät, seit 1773 auch Senior der Universität. Er starb noch in diesem Jahre 1775 am 18. Oktober. Jenes Citat übrigens hat er aus der angegebenen Stelle des Neuen Testaments erst selbst zu dieser präzisen Form zugeschnitten.

Mit demselben Wahlspruche wie Bortz zeichnete sich an diesem Tage(20. Juni)

149 der Professor Sam. Friedr. Nathanael Morus ein, der Goethe schon von Frankfurt aus

als einhelles Licht neben Ernesti erschien und zu dem er in Leipzig engere Beziehungen anknüpſte. Er lernte ihn bei dem Professor der Medizin Ludwig(1709 73) kennen, dessen beide Söhne Morus früher als Privatlehrer unterrichtet hatte und dessen Haus zugleich für ihn eine Schule feiner Lebensart geworden war. Ludwig sowie Ernesti, der als Professor der klassischen Litteratur und Beredsamkeit sein Lehrer gewesen und später in ein freundschaftliches Verhältnis zu ihm getreten war, hatten Morus auch bewogen, sich als Lehrer an der Universität zu habilitieren(1761). Zur Zeit des Aufenthalts Goethes noch aufserordentlicher Professor, wurde er 1771 ordentlicher Professor der lateinischen und griechischen Sprache; er erklärte aber nicht bloſs die klassischen Schriftsteller,