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der Ordnung, wie sie der alte Vers ausdrückte: Saxo, Misnensis, Bavarus tandemque Polonus. So gehörte der aus Lauban in der Lausitz gebürtige Professor Morus, unter dem Soermans am 21. November 1774 immatrikuliert wurde, der„pohlnischen“, der Professor Plaz, unter dem er im Sommer 1775 abging, als geborener Leipziger der sächsischen Nation an.
Bei der Stiftung der Universität i. J. 1409 erhielten die ersten Lehrer, Magistri, 20 an der Zahl, von dem Kurfürsten Friedrich dem Streitbaren und seinem Bruder Wilhelm zwei Gebäude zu ihrer Wohnung und ihrem Unterhalt angewiesen, und sie wurden in diese Kollegien so verteilt, dals 12, nämlich 3 aus jeder der 4 Nationen, in das groſse, und 8, aus jeder Nation 2, in das kleine kamen: Collegium maius— minus— principum. Später wurden bei dem groſsen Kollegium inbetreff der Besetzung einzelner Stellen kleine Veränderungen vorgenommen; auch wurde die Beschränkung, die anfangs bestand, dals die Kollegiaten unverheiratet sein muſsten, 1541 nach der Finführung der Reformation aufgehoben.— Auſser jenen beiden Fürstenkollegien bestand noch ein drittes, das„Frauenkollegium“, das seinen Ursprung dem ersten Rektor der Universität, Joh. Otto von Münsterberg, verdankte. Dieser Mann hatte schon in Prag, ehe dort der Streit über das Stimmrecht der Nationen ausbrach, der schlieſslich zur Auswanderung der deutschen Studenten führte, bei seinen Landsleuten Geld zur Begründung eines solchen Kollegiums gesammelt. Er verwandte es nun zu demselben Zwecke in Leipzig, wohin sich ja die meisten, Studierende sowohl wie Lehrer, begeben hatten. Nach seinem Tode 1416 vollendete in seinem Auftrage sein Landsmann Joh. Hoffmann, 1409— 27 Lehrer der Theologie, das Werk und bestimmte, dafs das Kollegium zur Aufnahme von vier schlesi- schen und einem preuſsischen Magister dienen sollte. Durch ein landesherrliches Privileg vom J. 1422 wurde es den andern beiden Kollegien gleichgestellt. Im J. 1440 schenkte Hoffmann, der inzwischen Bischof von Meiſsen geworden war, diesem Kollegium sein in der Ritterstralse einer Marien- oder Frauenkapelle gegenüber liegendes Haus; daher der Name des Kollegiums: Collegium beatae Mariae virginis. Bei der Reform, die mit der Universität und ihren Einrichtungen vor 70 Jahren, den Anschauungen der Neuzeit ent- sprechend, vorgenommen worden ist, wurden die beiden Fürstenkollegien aufgehoben und die Gehaltsverhältnisse der Professoren auf andere Weise geregelt; das Frauenkollegium aber blieb bestehen und besteht heute noch. Die Mitglieder dieser Kollegien pflegten bei der Angabe ihres Amtscharakters auch ihre Zugehörigkeit zu ihnen zum Ausdruck zu bringen.
Unter den gelehrten Vereinigungen genoſs ein hohes Ansehen die noch heute bestehende„Deutsche Gesellschaft“. Sie war 1697 als die„Görlitzische poetische Gesell- schaft“ von Studierenden, die aus der Stadt Görlitz stammten, zur Ubung in der Dicht- kunst gegründet worden. In der Folgezeit erweiterte sie nicht blols den Kreis ihrer Mitglieder, insofern sie auch solche aufnahm, die anderswoher stammten, sondern auch das Feld ihrer Thätigkeit, indem sie auch Ubungen in der deutschen Prosa vornahm. Aber ein neues Leben erhielt sie 1727 durch Gottsched's Fintritt, der auch jährliche litterarische Wettstreite mit Preisverteilung veranstaltete. Im J. 1755 war Gottsched als „Senior“— so hieſs von da an ihr Präsident— an ihre Spitze getreten; ihm war der oben genannte Professor Ludwig gefolgt, und jetzt stand sie unter der Leitung des Professors der Theologie Morus. Zu ihren Mitgliedern gehörten in Leipzig die Professoren Clodius und Schwabe, der Dichter Chr. Felix Weilse und der Prediger Zollikofer; aus-


