Teil eines Werkes 
1. Teil (1902)
Entstehung
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SENNCA.[Epist. 82, 3]

Otium sine Litteris Mors est, et hominis vivi sepultura. Memoriae et Honoris caussa,

Witebergae haec pauca adscribebat, d. X. Maj. D. Daniel Wilhelmus Tillenus, Consil. Aul. Elect. Sauoniae,

Med. professor primar.[1749]

So, in seiner amtlichen Stellung als kursächsischer Hofrat und erster Professor der Medizin, hat sich, ein Blatt vor dem Göttinger Mediziner Baldinger, mit dem er das Interesse für die Geschichte der Medizin gemein hatte, als einer der Letzten in Witten-

129 berg der 80 Jahre alte D. W. Triller eingezeichnet, der einst auch als Dichter in der

deutschen Litteratur eine bedeutende Stellung einzunehmen dachte. In der medizinischen Wissenschaft soll er nach dem Urteil der Fachgelehrten in seinen zahlreichen Gelegen- heitsschriften wertvolle Beiträge zur Kenntnis der alten medizinischen Klassiker geliefert haben. Indessen seine Leistungen für die deutsche Litteratur waren wohl schon zu der Zeit, wo er Soermans' Besuch empfing, der Vergessenheit anheimgefallen. 20 Jahre waren es her, wo der sechste und letzte Band seinerPoetischen Betrachtungen erschienen war, die 1725 ihren Anfang genommen, und mehr als 30 Jahre, seitdem er sein Haupt- werk:Der sächsische Prinzenraub oder der wohlverdiente Köhler veröffentlicht hatte, ein Epos, in dem er eine Familiensage von neuem behandelte, nachdem schon sein früh- verstorbener Vater demselben Stoffe eine poetische Gestaltung zu geben versucht hatte⸗ Aber wenn auch seit jener Zeit seine Muse schwieg, so nahm er doch bis an das Ende seines Lebens(1782) regen Anteil an den neuen Erscheinungen der deutschen Litteratur. Von seinen Kindern war eine Tochter mit dem Buchhändler Fleischer in Frankfurt a. M. verheiratet; in Gesellschaft dieses Ehepaares machte Goethe seine Reise zur Universität Leipzig, und er erzählt uns in Wahrheit und Dichtung, VI. Buch, in launiger Weise, wie er den Geist und Witz dieser Frau an sich selbst erfuhr.

Leipzig, Sonntag, 23. April Donnerstag, 20. Juli 1775.

Leipzig,Klein Paris, hat uns Goethe im VI. bis VIII. Buche von Wahrheit und Dichtung geschildert; von den Gelehrten und Litteraten, zu denen er in ein näheres oder entfernteres persönliches Verhältnis getreten ist, fehlen im Stammbuch nur Gottsched, der schon während Goethes Aufenthalts(1766), Gellert, der ein Jahr nach seinem Abgange (1769), und der Hofrat Ludwig, der i. J. 1773 starb. Die übrigen leben und wirken noch an ihrer alten Stelle; sie alle finden wir in dem Stammbuche eingetragen.

Die Universität mit ihren Instituten blieb so, wie sie bei ihrer Gründung 1409 eingerichtet worden, im wesentlichen bis ins XIX. Jahrhundert hinein unverändert. Lehrer und Studenten waren noch nach vier Nationen eingeteilt; Goethe wurde als Frankfurter noch der bayrischen Nation zugeteilt. Das Rektorat wechselte unter den Professoren alle Halbjahre am Tage St. Georgi(23. April) und St. Galli(6. Oktober) in