Teil eines Werkes 
1. Teil (1902)
Entstehung
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wärtige Mitglieder, deren Namen sich im Stammbuch finden, waren Kästner in Göttingen und Karl Mastalier in Wien.

Eine andere noch heute bestehende Gesellschaft war soeben im November 1774 ins Leben getreten: die Jablonowskische. Joseph Alexander Jablonowski, der einer polni- schen Adelsfamilie angehörte, die ihren Namen von dem Flecken Jablonow in West- preuſsen herleitete er selbst hatte 1743 die Würde eines deutschen Reichsfürsten er- halten hatte 1768 wegen der Unruhen, die dann vier Jahre später zur ersten Teilung Polens führten, sein Heimatland verlassen und in Leipzig seinen Wohnsitz genommen. Hier brachte er nach mehrjährigen Bemühungen eine Gesellschaft von acht Mitgliedern, sämtlich Professoren der Universität, zusammen, und nannte sie nach seinem Namen die Fürstlich Jablonowskische Gesellschaft der Wissenschaften. Er setzte ein Kapital aus, dessen Zinsen zu drei Preisen für drei Arbeiten aus dem Gebiete der Geschichte, der politischen Okonomie, Physik und Mathematik verwandt werden sollten. Die Preise bestanden in drei goldenen Medaillen mit dem Bilde des Fürsten, jede 24 Dukaten im Werte; gegenwärtig besteht der Preis in 1000 Mark. Jene 8 Mitglieder waren: Noh. Aug. Ernesti, Jac. Heinr. Born, Carl Ferd. Hommel, Seger, Bel, Francke, Bortz und Clodius. Ernesti wurde zum Präsidenten ernannt, ihm folgte in diesem Amte Bel und nach dessen Tode Bortz; vierter Präsident war 1799 1801 Aug. Wilh. Ernesti und fünfter in den Jahren 1801 1810 Fried. Aug. Wilh. Wenck. Zum ersten Sekretär wurde Clodius gewählt, der dieses Amt bis zu seinem Tode 1784 ständig verwaltete; später wechselte es alljährlich. Mit Ausnahme Born's finden sich die übrigen Mitglieder im Stammbuch eingezeichnet.

Unter den Berühmtheiten Leipzigs begegnet uns zuerst der Dichter Christian 167 Felix Weiſse(1726 1804), der sich zu dieser Zeit auf der Höhe seines Ruhmes und seiner Popularität befand. Seit dem Jahre 1761, in welchem er das Amt eines Kreis- steuereinnehmers zu Leipzig erhalten hatte, befand er sich in gesicherter Lebensstellung und seit 1763 durch die Verheiratung mit der zweiten Tochter des 1747 verstorbenen Hofrates Joh. Zach. Platner, eines berühmten Chirurgen und Mediziners an der Leipziger Universität, im Besit? eines eigenen Hausstandes, dessen Glück noch in den Jahren 1765 76 durch die Geburt von zwei Söhnen und drei Töchtern vermehrt wurde. Pas Jahr 1775, in dem er in seinem 50. Lebensjahre stand, bezeichnet einen Wendepunkt in seiner litterarischen Thätigkeit. Er, der thätigste Schauspieldichter seiner Zeit, schloſs diese Thätigkeit ab und zog gleichsam die Summe derselben, indem er von seinen Trauer- und Lustspielen, die er zu verschiedenen Zeiten in bunter Reihenfolge gedichtet und ver- einzelt hatte erscheinen lassen, nunmehr eine Gesamtausgabe veranstaltete. Von jetzt an wandte er sich, durch das Heranwachsen seiner eigenen Kinder auf dieses Gebiet geführt, der Jugendschriftstellerei zu, mit ebenso glücklichem Erfolge. Von seinemKinderfreund erschienen 1775 82 24 Bände; diesem Werke schlols sich derBriefwechsel der Familie des Kinderfreundes 178492 mit 12 Bänden an. Seine Popularität, die schon, vie erwähnt, zu dieser Zeit(1775) sehr grols war, stieg dürch diese Unternehmungen auf eine seltene Höhe; er nahm eine Stellung ein, wie seiner Zeit Gellert. Junge Poeten, haupt- sächlich solche, die der katholischen Geistlichkeit in österreich und Bayern angehörten, sandten ihm ihre Manuskripte zur Begutachtung, selbst in Gewissensfragen wandte man sich vertrauensvoll an ihn. Zu der Korrespondenz, zu der er hierdurch genötigt wurde,