Teil eines Werkes 
1. Teil (1902)
Entstehung
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in dem Stammbuch eingezeichnet finden. Im J. 1756 begann er selbst Vorlesungen über Kirchengeschichte zu halten. Als sein Oheim 1758 zum Pirektor der Universitäts- bihliothek ernannt worden war, ward er selbst auf dessen Betrieb 1759 Kustos an der- selben und begann in dieser Stellung seine ersten Werke zur Kirchen- und Gelehrten- geschichte zu verfassen. Als nach zehnjährigem Warten sich keine ordentliche Professur in Leipzig für ihn öffnete, nahm er 1767 dieProfessur der Poesie in Wittenberg an, wo er alsbald durch seine öffentliche Wirksamkeit als Lehrer einen heilsamen Finfluls übte, indem er einer toleranten Denkungsart und freieren Anschauungen Eingang verschaffte. Bis zu seiner Zeit nämlich stand Wittenberg in dem Rufe strengster Orthodoxie, so dals man, wenn man einen recht steifen Orthodoxen bezeichnen wollte, ihn einen Wittenberger nannte. In jener amtlichen Stellung befand sich Schröckh noch, als Soermans ihn auf- suchte und ihn sich in sein Stammbuch einzeichnen lieſs:

Quod sis, essse velis, nihilque malis Martial.[X 47, 12.] Nohiliss. Possessor Velicitatem penpetuam precatur sui que memoriam diligenter commendat Jo. Matthias Schnoechh Prof. Poeseos. In Acad. Viteberg 4. N. C CCCLXXV

Aber noch in diesem Jahre 1775 wurde Schröckh Professor der Geschichte, und aufser der Kirchengeschichte trug er nun auch Profangeschichte vor: die Geschichte Sachsens, des deutschen Reiches und der europäischen Staaten. In Wittenberg führte er ein zu- rückgezogenes, arbeitsames Gelehrtenleben und schuf hier, obgleich es an einer öffent- lichen historischen Bibliothek am Orte fehlte und er mit Amtsarbeiten überhäuft war, seine epochemachenden Geschichtswerke. Nur Parerga, die er neben jenen her verfaſste und um diese Zeit veröffentlichte, waren dasLehrbuch der allgemeinen Weltgeschichte zum Gebrauch beim ersten Unterricht der Jugend, 1774, und dieAllgemeine Welt- geschichte für Kinder, 1779 84. Zu letzterem Werke wurde er von Chr. F. Weiſse in Leipzig veranlafst, der, wie wir später sehen werden, in dieser Zeit seinen Kinderfreund begann. Bald nach dieser Zeit, i. J. 1777, erschien von Schröckh das Kompendium: Historia religionis et ecclesiae christianae, das rasch eine weite Verbreitung fand, in mehrere Sprachen übersetzt, kommentiert, von Kaiser Joseph II. 1786 auf den öster- reichischen Universitäten eingeführt und noch 20 Jahre nach dem Tode des Verfassers von Phil. Konr. Marheineke(1780 1846, seit 1810 Professor an der neugegründeten Universität zu Berlin und seit 1811 Prediger an der dortigen Preifaltigkeitskirche), der selbst ein an- gesehener Kirchenhistoriker war, i. J. 1828 in 7. Auflage herausgegeben wurde. Indessen sein grölster Ruhm und sein bleibendes Verdienst beruht auf seinerChristlichen Kirchen- geschichte, dem ersten pragmatischen Geschichtswerke dieser Art, einem Riesenwerke von 45 Bänden. Gleich nach seiner Ubersiedelung nach Wittenberg, zum Feil auf An- regung des Geh. Legationsrates Chr. Ludw. v. Hagedorn, dem wir in Dresden begegnen werden, hat er es 1768 begonnen und bis zu seinem Tode daran gearbeitet. Er starb 75 Jahre alt an den Folgen eines Sturzes von der Bücherleiter.