Pedantische, das er in seinem ganzen Wesen an sich hatte, auf das deutlichste offenbart, schrieb er ein:
VFanitas/ omnia vana. Initium christianae Ssupientiae et Sui utiquum benevolam memoriam commendat Halae, d. 14. April. Jo. Salomo Semler.
Auch jener Ausruf ist wohl der Ausdruck einer verzagten Stimmung, wie sie so häufig in einem Augenblick über ihn kamen und in denen er an sich und seinem Thun ver- zweifeln konnte, bis gute Freunde, namentlich seine Gattin, durch tröstlichen Zuspruch ihn wieder aufrichteten und er bei neuer angestrengter Arbeit Mut und Kraft wiedergewann.
Am folgenden Tage— es war Charfreitag— schrieb sich der als Begründer der Jenaischen Allgemeinen Litteratur-Zeitung später zu groſsem Ruhme gelangte Chr. G. Schütz(1747— 1832) ein: 185
OAoxclsw t' svreAeiag, xc ioooe ds aAcxic. Humanissimo Possessori Sul memoriam commendat Christianus Godofredus Schite Halae in Fridericiana Regia d. XV April. 1776.
Im Jahre 1769 war Schütz auf Verwendung Semlers Inspektor des theologischen Seminars geworden, in dem aber die Ubungen mehr philologischer als theologischer Art waren und mehr die Interpretation der alten Klassiker als die der Bibel betrieben wurde. Da die Seminaristen auch zu Lehrern für höhere Schulen ausgebildet wurden, so erhielt Schütz vom Minister Zedlitz den Auftrag, sich mit Basedow's Bestrebungen bekannt zu machen. Zur Anerkennung für seine eifrige Thätigkeit wurde er, bisher(seit 1773) auſserordent- licher Professor, 1777 zum ordentlichen Professor befördert. Im Jahre 1778 nun wurde neben jenem Seminar ein Institut für 20 Zöglinge gegründet, denen Schütz pädagogische Unterweisungen erteilte und für die er ein„Neues Elementarwerk für die niederen Klassen lateinischer Schulen und Gymnasien“ schrieb, aber in einem Basedow entgegen- gesetzten Sinne. Als im Jahre 1779 von Jena an Schütz der Ruf als Professor der Poesie und Beredsamkeit erging, nahm er ihn an, zumal da auch der Minister Zedlitz sich aulser Stande erklärte, ihm zu dem Gehalte von 300 Thalern eine Zulage zu ge- währen. Das Institut aber wurde, da auch Semler von der Oberleitung zurücktrat, auf- gelöst. In Jena, wo die beiden Professoren der Theologie Griesbach und Danovius seine Schwäger waren, bildete sein Haus lange Zeit den Mittelpunkt des geistigen Verkehrs, wo Goethe, Schiller, Fichte, selbst der Herzog Karl August, und Andere sich trafen. Hier in Jena gründete er 1784 die Allgemeine Litteratur-Zeitung, deren Redaktion er bis in sein hohes Alter mit vorzüglichem Erfolge führte. Aber als Aug. Wilh. Schlegel auftrat, der sein eigenes Haus zum Sammelpunkt aller hervorragenden


