Teil eines Werkes 
1. Teil (1902)
Entstehung
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Dieser General hatte im Jahre zuvor während des Prorektorats Pütters der Göttinger Universität ein Paar Kesselpauken, die das Regiment, dessen Kommandant er jetzt war, einst im spanischen Erbfolgekriege in der Schlacht am Schellenberg 1704 den Franzosen abgenommen hatte, mit der Bestimmung verehrt, dals sie bei akademischen Feierlichkeiten in der Universitätskirche gebraucht würden. 2Zur Beurkundung dessen liels er beide Pauken mit einer Inschrift versehen, in der die Titulatur hinter seinem Namen fast wörtlich, ja fast buchstäblich mit jener Finschrift im Stammbuch über- einstimmt.

Fine der hervorragendsten Säulen und glänzendsten Zierden der Göttinger Universität erscheint uns wieder in dem berühmten Theologen und Orientalisten Joh. Dan. Michaelis(71791). Er war der Sohn des gleichfalls als Theologen und Orientalisten bekannten Professors Christ. Bened. Michaelis(1680 1764) an der Universität zu Halle, und hatte schon selbst dort seit 1739 Vorlesungen über biblische Bücher und semitische Sprachen gehalten, als er 1745 von dem Frh. v. Münchhausen als Privatdozent an die Göttinger Universität berufen wurde, an der er während 46 Jahre mit steigendem Ruhme ununterbrochen wirkte. Im J. 1750 ward er zum ordentlichen Professor der Philosophie ernannt, während er den Titel eines Professors der orientalischen Sprachen oder eines Doktors oder Professors der Theologie, wie man nach seinen Hauptlehrfächern annehmen könnte, nie geführt hat. Für die im folgenden Jahre gestiftete Sozietät der Wissenschaften entwarf er mit Haller zusammen die Statuten und war selbst 1751 56 ihr erster Sekretär und 176170 auch ihr Präsident; darnach schied er gänzlich aus ihr aus. Er beteiligte sich 1753 mit Haller auch an der Begründung der Göttinger Gelehrten Anzeigen. Neben seiner erfolgreichen akademischen Wirksamkeit entfaltete er eine aulserordentliche rege Thätigkeit als Schriftsteller auf den mannigfachsten Gebieten und setzte durch den Umfang und die Tiefe seines Wissens die Zeitgenossen in Erstaunen. Von den verschiedensten Seiten wurden ihm in der Folgezeit auſser- ordentliche Ehren zu teil, auch vom Auslande; so ward er 1775 zum Ritter des Königl. Schwedischen Ordens vom Nordstern und 1789, zwei Jahre vor seinem Tode, zum Mit- glied der Pariser Académie des Inscriptions, deren Korrespondent er schon seit 1764 war, und zum Mitglied der Königl. Sozietät der Wissenschaften in London ernannt. Der Berliner Akademie gehörte er schon vor seiner Berufung nach Göttingen an. Aber mit einer tiefen Gelehrsamkeit verband er die praktische Klugheit und Gewandtheit eines feingebildeten Weltmannes. Seine Finschrift lautet:

Arm an Sentenzen, die mir nie bekamen,

Wenn mein Praecepter ſie im Auctor fand

Und mir zum Arger dabey ſtille ſtand,

Hab' ich fürs Stammbuch nun nichts als den Nahmen. Erſchrick o jüngre Welt, und ſpiegle dich

An meinem Beyſpiel, und Du, denk an mich.

Göttingen d. 1. Oet. 1774. J. D. Michaelis.