Teil eines Werkes 
2. Teil (1904)
Entstehung
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wo er 175669 als Pfarrer an der Heiligengeistkirche gewirkt hatte, wurde er nach Berlin in die Stelle des 1768 verstorbenen Oberkonsistorialrats und Predigers an der Preifaltigkeitskirche Joh. Jul. Hecker berufen, da er so recht geeignet zur Fort- führung des von jenem begonnenen Werkes erschien. Denn zum Leiter der Realschule wollte man keinen zünftigen Gelehrten, einen Theologen oder Philologen, sondern, ent- sprechend den Zielen dieser Schule, die eine Vorbildungsanstalt für das sogenannte praktische Leben sein sollte, einen Mann der realen und exakten Wissenschaften. Noch in Magdeburg hatte der früher genannte Berliner Oberhofprediger Sack, den das gleiche Interesse für die Naturwissenschaft beseelte, Gelegenheit gehabt, als er sich während des siebenjährigen Krieges mit dem preufsischen Hofe dort aufhielt, Silberschlag, in dessen Hause er sogar wohnte, als einen in den physikalischen Wissenschaften wohl bewanderten Mann kennen und schätzen zu lernen. Auf seinen Rat hatte Silberschlag auch eineAbhandlung von den kriegerischen Wurfmaschinen der Alten« der königlichen Akademie der Wissenschaften eingereicht, die seine Ernennung zum aus- wärtigen Mitgliede zur Folge hatte(1760). Bereits im nächsten Jahre nach seiner Uber- siedelung nach Berlin wurde Silberschlag zusammen mit dem Baudirektor Joh. Boumann und dem früher aufgeführten Philosophen Lambert vom Könige in das neuerrichtete Ober-Baudepartement berufen, wo er das Referat über das Maschinenwesen und den Wasserbau erhielt. Denn für dieses Fach hatte er schon in Magdeburg theoretisch und praktisch seine besondere Befähigung dargetan. Fr hatte dort in höherem Auftrage auf dem Fürstenwalle eine Wasserkunst erbaut, welche einen ganzen Stadtteil mit Wasser aus der Stromelbe versah. Ferner hatte er j. J. 1766 bei einer Preisaufgabe über den Strombau, die der Vizepräsident des kursächsischen Oberkonsistoriums Graf v. Hohen- thal stellte, mit seiner AbhandlungVom Wasserbau an Strömen den Preis davon- getragen. In Berlin erhielt er 1772 von der Regierung den Auftrag, die Wasserwerke in den preufsischen Gebietsteilen am Rhein zu untersuchen; er schloſs daran eine Reise durch Holland, um die dortigen Kanal- und Wasserbauten zu studieren. Fine bedeutende Tätigkeit konnte er in den Jahren 1784 und 1786 entfalten, als durch die Uber- schwemmungen des Rheins und der Weichsel grolse Verheerungen angerichtet wurden. Im J. 1775 wurde er auch zum Mitglied der naturforschenden Gesellschaft in Berlin er- wählt, deren Versammlungen er fleifsig besuchte und für die er eine grolse Zahl Abhand- lungen naturwissenschaftlichen Inhalts verfalst hat. Mitglied der Königlichen Akademie war er, wie oben gesagt, seit 1760. Auch in Berlin zählte er immer noch zu denab- wesenden oder auswärtigen Mitgliedern; zum ordentlichen Mitgliede wurde er erst nach Friedrichs des Groſsen Tode und zwar zusammen mit Teller und Wöllner ernannt(30. Nov. 1786). Indessen behandelte er auch dort nur technische und astronomische Probleme, keine philosophischen oder theologischen. In seinem geistlichen Amte erfreute er sich als Seelsorger groſser Beliebtheit bei seiner Gemeinde, namentlich wurde er gern an Kranken- und Sterbebetten gerufen. Als Kanzelredner fand er einen gleich groſsen Bei- fall wie Spalding, freilich aus einem ganz verschiedenen Grunde. Denn er war ein Theologe alten Schlages, der die ganze religiöse Aufklärung miſsbilligte, und seine Predigten hatten durchaus einen pietistischen Charakter. Daher stellte er sich auch, als das Wöllnersche Religionsedikt erschien, im Gegensatz zu den übrigen Räten des Ober- konsistoriums, Spalding, Büsching, Teller, Diterich u. s. w., auf des Ministers Seite und