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Am Mittwoch, den 28. August, besuchte Soermans den aus Königsberg in Preuſsen stammenden Hof- und Garnisonprediger Leonard Cochius(1718— 79) in Potsdam. Das- selbe Amt hatte schon unter dem Könige Friedrich Wilhelm I. sein älterer Bruder Christian Johann Cochius bekleidet, der dann i. J. 1741 als Oberhofprediger nach Berlin versetzt wurde, wo er 1749 starb. In demselben Jahre wurde jener jüngere Bruder, nachdem er bis dahin am Friedrichs-Werderschen Gymnasium in Berlin zuerst als Kon- rektor, zuletzt als Prorektor tätig gewesen war, vom Könige Friedrich II. in jene Hof- predigerstelle berufen, die er 30 Jahre lang bis an seinen Tod inne hatte.— Als die Berliner Akademie für das Jahr 1768 als Thema für die Preisaufgabe die Frage stellte: „ob es möglich sei, natürliche Neigungen zu zerstören, und wie man die guten zu stärken, die schlechten zu schwächen habe,“ ging er aus der Bewerbung, an der sich auch Christian Garve beteiligte, als Sieger hervor. Bald darauf(i. J. 1770) wurde er vom Könige als ordentliches Mitglied in die Akademie aufgenommen. Diese Auszeichnung war für ihn um so rühmlicher, als er von Berlin entfernt wohnte, während sonst alle ordent- lichen Mitglieder in Berlin selbst ihren Wohnsitz haben mufsten. In den philosophischen Abhandlungen, die er für die Akademie verfaſste, zeigte er sich in der Art, wie er ge- wisse Begriffe, z. B. Raum und Zeit, behandelte, als ein Vorläufer Kants. In der Akademie
selbst galt er als ihr bester lateinischer Stilist. Friedrich der Grolse zollte ihm stets
die grölste Achtung, die sich auch darin ausdrückte, daſs er nach Cochius' Tode dessen hinterbliebener Gattin zu ihrem Witwengehalte noch eine jährliche Pension von 200 Rtlrn. hinzulegte.— Er hat sich in der Nähe seines Landsmannes Kant, ein Blatt vor- her, eingeschrieben:
237 Seneca. Quo modo fabula, sic vita; non quum diu, sed quam bene acta sit, refert.
Potsdamꝭ, In sui memoriam scripsit
V. Kal. Sept. MYCCLXXV. Leonardus Cochius.
Der letzte Berliner, der sich in Soermans' Stammbuch einzeichnete, war der Oberkonsistorialrat Silberschlag(1721— 91), Pastor an der Preifaltigkeitskirche und zugleich Direktor der Realschule. Diese Schule war 1747 von seinem Amtsvorgänger Hecker als die erste ihrer Art gegründet worden; aus ihr ist das beutige Kaiser-Wil- helms-Realgymnasium hervorgegangen, während 1797 das Friedrich-Wilhelms-Gymnasium
von ihr abgezweigt vurde. In der Kochstraſse,„der Realschule gegenüber“, da wo jetzt
das letztgenannte Gymnasium sich befindet, hat Silberschlags Amtswohnung gestanden.— In Silberschlags Familie hatte sich seit 200 Jahren der Beruf als Arzt oder Apotheker und damit der Trieb zu den Naturwissenschaften schon durch viele Generationen fort- geerbt. Auch er selbst betrieb, obwohl er sich für den geistlichen Stand entschieden hatte, schon auf der Universität neben der Theologie eifrig das Studium der Mathematik und Physik, und während seines ganzen späteren Lebens erhielt er ohne sein besonderes Zutun stets Gelegenheit, wo er neben seinem Seelsorgeramte für seine Kenntnisse in
den Naturwissenschaften eine reiche praktische Verwendung fand. Von Magdeburg aus,
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