Teil eines Werkes 
2. Teil (1904)
Entstehung
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Aber sie wandte sich doch auch später mit gleichen Bitten an den König, allerdings mit nicht viel besserem Erfolge. Auf ein Gesuch, das sie i. J. 1783 einreichte und worin sie wahrscheinlich abermals um ein Haus bat ihr Hausstand hatte eben durch die Geburt einer Enkelin einen neuen Zuwachs erfahren erhielt sie drei Taler. In der Quittung, die sie in Reimen abfaſste, kommen diese Verse vor:

Seine Majestät befahlen,

Mir, anstatt ein Haus zu baun,

Doch drei Thaler auszuzahlen und: Aber für drei Thaler kann

In Berlin kein Hobelmann

Mir mein letztes Haus erbauen u. s. w.

Erst Friedrich Wilhelm II. erfüllte ihren so sehnsüchtigen Wunsch und lieſs ihr 1791 am Hackeschen Markte ein kleines Haus bauen, das sie aber nur noch wenige Monate bewohnen sollte. Sie wohnte übrigens i. J. 1776 in der Nähe dieses Platzes, nämlich vor dem Spandauerthore im Curtschen Hause, das ist heute Spandauerbrücke No. 6 oder 7, zwischen der Stadtbahn, die an dieser Stelle über dem ehemaligen Königsgraben aufgeführt ist, und der Rosenthaler Straſse. Während des letzten Drittels ihres Lebens teilte sie ihre tägliche Zeit zwischen Besuchen und Gegenbesuchen, die ihr zur unent- behrlichen Lebensbedingung wurden, und alles, was sie schrieb, Freundschafts- und Geschäftsbriefe, schrieb sie in Reimen. Ihre Finschrift in Soermans' Stammbuch ist folgendermaſsen gestaltet:

37 Berlin iſt welltbekand durchs Thönende Gerüchtte

Sin Jedes land bringt Seine Früchtte Ein jeder Menſch hatt Freud und Schmerz Sum antheil in der Welltt, Du haſt Ein guttes herz Daß Seugniß ſteht davon im offnen angeſichtte Du ſcheinſt Vergnügt mitt deinem glückeslooß du neneſt unßeren König groß und dieſen Vers Kein Lobgedichtte

ohne ſchmeycheley ſchriebs dem beſitzer A. L. Karſchin. Berlin den 22 Auguſt N7ß

Die Verse sind offenbar improvisiert und wahrscheinlich unter den Augen des Besuchers niedergeschrieben; dafür spricht auch die Schrift, die sehr flüchtig ist, so daſs oft nicht zu unterscheiden ist, ob die Anfangsbuchstaben groſs oder klein sein sollen. Von ähn- licher Beschaffenheit mag auch das Gedicht gewesen sein, in dem sie Goethe, als er sie bei seinem Aufenthalt in Berlin besucht hatte,beversete, wie er sich in einem Briefe an Frau v. Stein ausdrückt, der er auch das Gedicht der Karsch übersandte.