Teil eines Werkes 
2. Teil (1904)
Entstehung
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Holz und Licht jährlich nur fünfzig Taler bar ein, diese nur acht Taler. Allerdings war ihm in dem Bestallungsbriefe zugesagt worden, er solle zufolge einer Verordnung des Königs nach zwei Jahren bei Eintritt einer Vakanz zu einer weiteren guten Beförderung vorgeschlagen werden. Als Frucht seiner fortgesetzten theologischen Studien, die sich namentlich auf die Kirchengeschichte und die Kirchenväter bezogen, erschien 1772 seine erste SchriftNeue Apologie des Sokrates oder Untersuchung der Lehre von der Selig- keit der Heiden, die in seinem Leben eine bedeutsame Wendung hervorrufen sollte. Jean Frangois Marmontel hatte in seinem philosophischen Roman Bélisaire(1767) die Ansicht ausgesprochen, dals Heiden tugendhaft sein könnten und dals also die ver- storbenen tugendhaften Heiden nicht verdammt wären. Wegen dieser und ähnlicher mit grolsem Freimut vorgetragenen Sätze hatten der Erzbischof von Paris und die Sorbonne ein förmliches Verdammungsurteil über dieses Buch ausgesprochen. Der Prediger Peter Hofstede zu Rotterdam aber hatte zur Beurteilung jenes Buches eine Schrift verfalst, worin er schon im Titel ankündigte,die Laster der berühmten Heiden anzuzeigen, zum Beweise, wie unbedachtsam man dieselben ihrer Tugend wegen selig gepriesen, und er war darin besonders beflissen, auch die Tugend des Sokrates herabzusetzen. Diese Schrift teilte Nicolai sofort nach ihrem Erscheinen Eberhard als Stoff zu ihren gewohnten wöchentlichen Unterhaltungen mit. Jener Angriff auf die Tugend und Seligkeit der vor- trefflichsten Männer des heidnischen Altertums gab Eberhard Veranlassung, alles, was dafür oder dagegen anzuführen ist, zusammenzustellen und auf der Wage der Ver- nunft und der Bibel unparteiisch gegen einander abzuwägen. Die Untersuchung führte ihn dahin, noch andere Dogmen, wie die Lehre von der Erbsünde, der Genugtuung, den ewigen Strafen u. s. w. hinsichtlich ihrer geschichtlichen Entstehung und ihres wahren Wertes einer scharfsinnigen Kritik zu unterziehen. Mit kühnem Freimute suchte er den Ungrund jener Lehren in einem Buche darzulegen, das er auf Nicolais Anregung ver- falste und für das er mit Bezug auf Hofstedes Verunglimpfung des griechischen Philo- sophen den TitelNeue Apologie des Sokrates wählte(1772). Eberhards Buch erregte gewaltiges Aufsehen; neben vielem Beifall fand es aber auch entschiedenen Widerspruch, namentlich bei den Theologen, und zwar nicht bloſs von seiten der Orthodoxen, sondern auch von seiten der Aufklärer. Ja sogar Lessing, mit dem Eberhard 1768 auf einer Reise nach Hamburg persönlich bekannt geworden war, schien die Lehre von der Ewigkeit der Höllenstrafen gegen Eberhard in Schutz nehmen zu wollen. Die Berliner Theologen fanden zwar an dem Inhalt des Buches nichts auszusetzen; aber sie nahmen daran Anstols, dals ein Prediger solche Untersuchungen und mit solchem Resultate anstellte; von einem Laien oder einem Universitätsprofessor hätten sie ein solches Unternehmen gelten lassen. Nun fand man in EberhardsWandel auch noch anderes anstöſsig: sein fast täglicher Umgang mit Mendelssohn, mit dem er sich sogar auf offener Stralse sehen liels, schien sich für einen Prediger nicht zu schicken; warnende Hinweise hatte er mit einem bloſsen Lächeln beantwortet. Da Eberhard unter diesen Umständen keine Hoffnung mehr sah, seiner Vokation gemäfs weiter befördert zu werden, nahm er in dem damals 2000 Einwohner zählenden Charlottenburg eine Predigerstelle an, die ihm der Magistrat dieserImmediatstadt angeboten hatte. Aber auch hierher schien ihm der Weg durch AMerlei Kabalen versperrt werden zu sollen, und schon hatte er mit edler Uneigennützig- keit Verzicht geleistet, als er durch eine Entscheidung des Königs selbst, der die Kabalen