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einkam, der mich bald durch seine Schönheit, bald durch seine Schwierigkeit, reizte; diesen trug ich im Sinne, bei so mancherlei ungleichartigen Beschäftigungen, mit mir herum, bis ich glaubte, mit dem Geiste meines Dichters so vertraut zu sein, als ich es meiner Fähigkeit nach, werden konnte“. Aus diesem Grunde trug er stets ein Taschen- buch mit leeren Blättern bei sich, in das er in stillen Stunden seine Entwürfe schrieb, die er dann später ausarbeitete. So finden wir ihn auch auf der eben erwähnten Reise nach Dresden beschäftigt. In Baruth, das damals das erste sächsische Städtchen jenseits der preuſsischen Grenze war, kehrte Mendelsschn bei dem gräflich Solms'schen Ober- förster Jung ein, der einst bei einem gelegentlichen Aufenthalt in Berlin den Verfasser des„Phädon“ aufgesucht und ihm das Versprechen abgenommen hatte, ihn einmal im Sommer mit seinem Besuch zu beehren. Hier sals Mendelssohn des Morgens im Garten auf einem Rasensitz und übersetzte Psalmen; den Platz liels Jung dann zum Andenken durch einen Stein bezeichnen mit der Inschrift:„Sitz des Herrn Moses Mendelsschn am 12. August 1776“. Worte eines Psalmes sind es auch(XXV, 21), die Mendelssohn wählte, als Soermans ihm sein Stammbuch zur Einzeichnung vorlegte. Die Einschrift ist um so bemerkenswerter, als wir aus der Zeit vom Frühjahr 1775 bis Juni 1777 nicht einmal einen Brief von Mendelsschn haben.
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Die Abbreviatur in der letzten Zeile 75 lautet aufgelöst—5. Darnach heiſs die Einschrift in deutscher Ubersetzung:
Treu und Redlichkeit mögen mich behüten(Franz Pelitzsch). (Luther: Schlecht und recht, das behüte mich. Mendelssohn: Aufrichtig sein, und gerades Wesen Das behütet mich.) Berlin Dies schrieb zu Ehren des Besitzers des Buches 20. des Trost(monat)s. 5536. Moses Sohn des Rabbi Menachem; sein ſdes Vaters] Andenken sei zum Segen.
Der Leser beachte das Wortspiel zwischen dem Namen des Vaters S(Tröster, = Mendel) und dem gleichen Namen des Monats in dem Datum, indem statt des ge- wöhnlichen 2(Ab) die Bezeichnung Hnp(Trost) gewählt ist. Im Monat Ab aber ist der 9. Tag ausgezeichnet als der verhängnisvollste Tag für die Juden, da an diesem Tage zweimal(586 v. Chr. und 70 n. Chr.) der Tempel und 135 n. Chr. bei ihrem letzten Aufstande gegen die römische Herrschaft unter Bar-Kochba ihre letzte Feste Bethar zerstört wurde, andererseits der 15. als ein Freudentag: das Holzfest, Holztrage- fest, das zur Prinnerung an die in der Zeit Nehemia's bei der Wiederherstellung des Gottesdienstes im Tempel vom Volke freiwillig übernommene Holzabgabe für den Tempel- bedarf(Nehemia 10, 34 und 13, 31) gefeiert wird.


