Teil eines Werkes 
2. Teil (1904)
Entstehung
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Burg- bis zur Poststralse; also lag die Wohnung gegenüber dem heutigen Königl. Marstalle. Die Königl. Bibliothek aber befand sich zu dieser Zeit noch an der ersten Stelle, die ihr vom Groſsen Kurfürsten i. J. 1661 angewiesen worden war: in dem Flügel des Königl. Schlosses an der Spree über der Schlolsapotheke. Der Bau des jetzigen Gebäudes der Königl. Bibliothek am Opernplatz wurde erst im Jahre 1775 angefangen. In der obigen Finschrift nennt er sich Abt der Abtei Bürgel. Bürgel ist das durch seine Töpfereien bekannte evangelische Städtchen im Groſsherzogtum Sachsen- Weimar, östlich von Jena, in dessen Nähe das Dörfchen Thalbürgel liegt, wo 1133 eine Benediktiner-Abtei gegründet, aber 1526 infolge der Reformation wieder aufgehoben wurde. Friedrich Nicolai sagt darüber in der Beschreibung seiner Reise vom Jahre 1781: Von diesem Orte ist der ehemalige Königl. Bibliothekar, Herr Pernety, Abt in partibus infidelium, welcher sehr leicht durch Bürgel reisen könnte, ohne zu merken, daſs er in seiner Abtei wäre, so wie sich die Töpfer in Bürgel wohl nicht träumen lassen, daſs sie noch einen Abt haben. Der aus Terentius Heautontimorumenos zitierte Vers lautet korrekt: Homo sum: humani nil a me alienum puto.

Das angeführte zweite Zitat stammt aus dem einst von den Tironen des Grie- chischen viel traktierten, c. 200 Verse zählenden Noina vovheriuév, das unter dem Namen des alten Elegikers Phocylides aus Milet um 540 v. Chr. geht, aber von Jak. Bernays:Uber das Phokylideische Gedicht, 1856 als das Werk eines alexandrinischen Juden erwiesen worden ist. Die Stelle lautet bei Th. Bergk, Poetae Lyrici Graeci:

Forcooan o' öhcrhot woeg év oAnjraig diteg ydo aving ocbhueha 7 oAnAdynro 10b0) 6' oör ßeßatov xet bo dochroow.

Bernays setzt im zweiten Verse Sevlng für cving. Diese Lesart wandte schon der Magister Joh. Ad. Schier in seiner Leipziger Ausgabe vom J. 1751 an und übersetzte darnach denn die Gelehrten, namentlich Schulleiter, veranstalteten unaufhörlich neue Ausgaben des Gedichtes und wetteiferten in Paraphrasen, Kommentaren und möglichst wörtlichen Ubersetzungen

Sint in pari honore advenae cum civibus. Omnes enim peregrinationem experimur vagam. Terra nullum constantem habet locum hominibus.

Donnerstag, den 1. August, besuchte Soermans Johann Heinrich Lambert (172877). Dieser allumfassende Geist, der einem Leibniz gleichzustellen war, der Christian Wolff weit überragte, den Kant selbst für das gröſste Genie Deutschlands er-

klärte(in einem Briefe aus dem Jahre 1770), lebte seit 1764 in Berlin. Schon 20 Jahre

früher, im Alter von 16 Jahren, hatte er das Theorem gefunden, das noch heute seinen Namen trägt. Er war auf der Durchreise von seiner Schweizer Heimat nach St. Peters- burg begriffen, um eine seinen Fähigkeiten angemessene Stellung zu erwerben, als es seinen Landsleuten unter den Berliner Akademikern gelang, ihn hier festzuhalten und

beim Könige seine Ernennung zum Mitglied der Akademié zu erwirken. Dieser scharf- Kaiserin Augusta-Gymn. 1904. 3

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