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eine Schrift erschienen war: Les fables égyptiennes et grecques, dévoilées et reduites au mème principe, avec une explication des hiéroglyphes et de la gnerre de Troie. Er war ein Benediktiner, und zwar gehörte er der Kongregation von St. Maurus an, die, be- gründet 1618 und blühend bis zu ihrem Untergang durch die französische Revolution, alle anderen Kongregationen jenes durch seine wissenschaftlichen Bestrebungen aus- gezeichneten Ordens in dieser Hinsicht noch weit überragte, unter ihren Mitgliedern Gelehrte ersten Ranges zählte und Werke von unvergleichlichem und unvergänglichem Werte schuf. Das Kloster St. Germain des Prés bei Paris, aus dem Pernety hervorging, war das angesehenste dieser Kongregation; es besafs eine Bibliothek von 8000 Manu- skripten und 60 000 Druckwerken; in ihm residierte auch der Generalsuperior der Kon- gregation. Pernety hatte in den Jahren 1762— 64 als Schiffsprediger den berühmten französischen Seefahrer Louis Antoine Grafen v. Bougainville auf einer Fahrt nach den Falklandsinseln begleitet, die jener zum Zwecke von Kolonisationsversuchen auk der bis dahin unbewohnten Inselgruppe unternahm. Von dieser Reise hat Pernety gleich im Anfange seines Aufenthaltes in Berlin eine Beschreibung geliefert: Journal historique du voyage fait aux iles Malouines et au détroit de Magellan, 1769. Im nächsten Jahre nach seiner Ankunft in Berlin wurde er vom Könige auch zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften ernannt und bezog fortan ein Gehalt von 1000 Talern, das dasjenige der andern Mitglieder z. T. weit überstieg und nur dem des Direktors Lagrange nachstand, der 1700 Taler erhielt. Nichtsdestoweniger soll nach einer Erzählung Thiébault's, eines andern Mitgliedes der Akademie, der mit Pernety in Berlin sehr freundschaftlich ver- kehrte(in seinen Souvenirs d'un séjour de vingt ans à Berlin) Pernety's Berufung nach Berlin auf einer Verwechselung beruht haben. Der König hätte einen andern, Jacob Per- nety, Kanonikus zu Lyon, im Sinne gehabt, dessen 1748 erschienene Lettres philosophiques sur les physionomies ihm sehr gefallen hatten. Ubrigens waren die beiden Pernety mit einander verwandt: der Benediktiner aus Paris war ein Neffe des Kanonikus in Lyon. Nach desselben Thiebault's Urteil ist Pernety's Wissen bei allem Umfange doch nur eine rudis indigestaque moles gewesen, und weder in der Akademie noch in der Verwaltung der Königlichen Bibliothek hat Pernety's Tätigkeit irgendwie nennenswerte Spuren hinter- lassen. Er blieb in des Königs Viensten bis zum Jahre 1783, wo ihm auf sein Ansuchen Seine Entlassung erteilt wurde. Diese soll ihren eigentlichen Grund in seiner Hin- neigung zu den mystischen Spekulationen des schwedischen Theosophen Emanuel Sweden- borg gehabt haben, von dessen Schriften er in der Tat noch während des letzten Jahres seines Berliner Aufenthaltes französische Ubersetzungen geliefert hat, gegen den Kant aber schon 1766 seine Schrift„Träume eines Geistersehers“ gerichtet hatte. Aus Berlin soll ihn vollends die Furcht verscheucht haben, dals die Weissagungen des Superinten- denten Ziehen von dem bevorstehenden Ende der Welt in der protestantischen Mark Brandenburg wirklich in Erfüllung gehen könnten. Er begab sich nach Frankreich zu- rück, wo er immer mehr sich in die Wissenschaft der Magie vertieft zu haben scheint. Während der Revolution, wo 42 Ordensbrüder seiner Kongregation, darunter der General- superior Anton Chevreux, auf dem Schafotte starben, wurde auch er ins Gefängnis gesetzt. Er Starb i. J. 1801 im Alter von 85 Jahren.— Seine Wohnung in Berlin be- fand sich„in der Burgstralse, bei der Post am Wasser“. Die alte Post lag in der Königsstralse rechts von der Langen- oder Kurfürstenbrücke und erstreckte sich von der


