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Die Furcht des herrn das iſt Weisheit, und meiden das Böſe, das iſt Perſtand.
Sum freundſchaftlichen Andenken Berlin, am 19 Julius von 776 Joh. Joach. Spalding.
Auf dem nächsten Blatte zeichnete sich hinter Spalding der erste Hof- und Dom- prediger Aug. Friedr. Wilh. Sack(1703— 1786) ein. Mit ihm war Spalding seit dem Jahre 1745 befreundet, in welchem er ihn bei seinem ersten kurzen Aufenthalte in Berlin kennen lernte, seit dem J. 1770 auch verwandt, indem seine einzige, aus erster Fhe stammende Tochter wit Sack's ältestem Sohne verheiratet war, der damals noch Prediger in Magdeburg war, im nächsten Jahre aber(1777) ebenfalls Hofprediger in Berlin wurde. Sack hatte schon durch die Art seiner Universitätsstudien, indem er das der Theologie mit dem der Naturwissenschaften verband, sich früh einen freien Standpunkt, gleich weit von der strengen Orthodoxie wie von der Freigeisterei, angeeignet; er drang auf praktische Betätigung der Frömmigkeit. In der Geschichte der protestantischen Kanzel- beredsamkeit machte er Epoche dadurch, dafs er gelehrten Wortkram, theologische Spitz- findigkeiten, Spielereien des Witzes und trockene Untersuchungen vermied und auf einen einfachen, geschmackvollen Vortrag hielt. Im Jahre 1740 war er von Magdeburg her, wo er erster Prediger der reformierten Gemeinde war, noch vom Könige Friedrich Wilhelm I. als Hofprediger nach Berlin berufen worden. Aber infolge des inzwischen eingetretenen Thronwechsels wurde er erst von Friedrich dem Groſsen in sein Amt ein- gesetzt, durch dessen ganze Regierungszeit sich seine Wirksamkeit erstreckte; er starb im April 1786, vier Monate vor dem Könige. Bei der königlichen Familie stand er in hohem Ansehen. Als der Hof während des siebenjährigen Krieges nach Magdeburg übersiedelte, folgte Sack dorthin, da ihm die Unterweisung der königlichen Prinzen an- vertraut war. Zu seinen Zöglingen gehörte auch der Thronfolger, der spätere König Friedrich Wilhelm II., den er auch noch im Januar 1762 konfirmierte, ehe er zur Armee nach Schlesien abging. Mit groſser Gewissenhaftigkeit hatte sich Sack seiner Aufgabe unterzogen und den jungen Prinzen mit sittlich ernstem Geiste zu erfüllen gesucht; freilich erwies sich später die sinnliche Natur des Prinzen als stärker. Als im Jahre 1769 die Fhescheidung des Kronprinzen von seiner ersten Gemahlin Elisabeth Christine von Braunschweig stattfand, waren Sack und Spalding die beiden Oberkonsistorialräte, die auf des Königs Befehl zusammen mit zwei Obertribunalsräten zu den Beratungen der Minister des auswärtigen und des Justizdepartements hinzugezogen wurden. Sack war auch Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften, und zwar war er bei ihrer
Erneuerung i. J. 1744 in die physikalische Klasse derselben aufgenommen worden. Zu
dieser Zeit(1776) zählte er, da er schon über 25 Jahre Mitglied war, zu den„Vete- ranen“. Diese waren von gewissen Verpflichtungen, wie z. B. von der Einreichung von Abhandlungen, entbunden, blieben aber noch im Genusse der Pensionen und Vorrechte. Er wohnte in einem eigenen Hause in der„Letzten Straſse“. Dies ist die heutige Porotheenstraſse, in dem damaligen Berlin in Wahrheit die letzte Straſse, nämlich von
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