Teil eines Werkes 
2. Teil (1904)
Entstehung
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unmittelbar unterstellten Anstalten, sondern durch sein Beispiel auch für die übrigen höheren Lehranstalten Berlins Epoche machend wurde und in der er selbst, der Theologe, der nie daran gedacht hatte, ein Schulmann zu werden, die vollkommenste innere Be- friedigung fand. Zwei Jahre zuvor(1774) hatte die Anstalt, die nun wieder rasch emporgeblüht war, in Gegenwart von Mitgliedern des Königshauses, der königlichen und städtischen Behörden, in rühmlichster Weise ihr zweihundertjähriges Stiftungsfest feiern können. Unermüdlich arbeitsam wie in seiner amtlichen, blieb er es ferner auch in seiner wissenschaftlichen Tätigkeit, namentlich in seinem Lieblingsfache, der Geographie. Zwar an seinem ersten Hauptwerke, durch das er seinen Ruf als Geograph begründet hatte, derNeuen Erdbeschreibung, hat er seit seiner Ubersiedelung nach Berlin nicht weiter gearbeitet; es ist nach seinem Tode von andern fortgesetzt worden. Aber zwei andere weitangelegte Werke hatte er zu dieser Zeit unter den Händen, an denen er bis zu jener schweren Krankheit fortarbeitete, von der er fünf Jahre vor seinem Tode befallen wurde: 1) Magazin für die neue Historie und Geographie, 22 Teile, und 2) Wöchent- liche Nachrichten von neuen Landkarten, geographischen, statistischen und historischen Büchern, 15 Jahrgänge. Dieses letzte, ein kritisches Blatt, war wie jeneNeue Erd- beschreibung ein Werk, das einzig in seiner Art war und es für längere Zeit blieb. Vor seiner Niederlassung in Berlin war Büsching vom Schicksal mannigfach in der Welt umhergetrieben worden, war viel und weit, zu Wasser und zu Lande gereist, war nach Kopenhagen und zweimal nach St. Petersburg zu längerem Aufenthalt gekommen; seinen fast 27 jährigen Aufenthalt in Berlin unterbrach er jedoch nur durch fünf kleine Reisen innerhalb der Grenzen der Mark. Eine davon hatte er im Jahre vorher(1775) nach Reckahn bei Brandenburg zu dem Domherrn Friedr. Eberh. v. Rochow, dem Volksfreunde, unternommen, der in seinen Bestrebungen für Verbesserung des Volksschulunterrichts i. J. 1772 in jenem Dorfe, seinem Gutsbezirke, nach seinen Ideen eine Lehranstalt für die Kinder seiner Bauern gegründet hatte, die in der Folge eine Musteranstalt für die Ausbildung des Volksschulwesens geworden ist. Die nächste Reise(i. J. 1779) ging nach Kyritz in der Prignitz. Beide Reisen hat Büsching in besonderen Schriften be- schrieben, in denen er eine Menge für die Staatswissenschaft wichtiger Bemerkungen

niedergelegt hat, jene erste Reise, die fünf Tage währte, in einem Buche von 332 Seiten (es ward noch eine zweitestark vermehrte Ausgabe nötig), und die zweite, eine sieben- tägige, in einem Buche von 560 Seiten. Er hat sich auf der Rückseite des Blattes, auf dem sich Basedow ein Jahr zuvor in Dessau eingetragen hatte, folgendermalsen ein- geschrieben:

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Glücklicher Mann! der die Wahrheit ſo liebet, und nach ſeiner Erkenntniß derſelben, ſo frey und ungeſchadet von derſelben reden und ſchreiben darf,

als Baledow. Solcher Freyörter, dergleichen Altona und Deſſau ſind,

giebt es nicht viele wer aber an einer derſelben, oder auch zu Berlin,

ſeine Sicherheit und Ruhe gefunden hat, der hat nicht nöthig die glückliche Inſel zu ſuchen, nach welcher ſich der hochachtungswürdige Baledow ohne Urſach ſehnet.

Anton Friderich Büſching Berlin am 18 Jul. 1776.

Kaiserin Augusta-Gymn. 1904. 2