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und dritte Residenzstadt der preuſsischen Könige war, tritt uns zuerst folgende Ein- schrift entgegen:
144 Duc me, nec ſine me ſine Te Veus optime duci:
Nam duce me pereo, Te duce ſalvus ero NHonor. et Memor cauſ. ſor. Negiomonti Bor. VMeodorus Christophorus PLilienthal d. X V. April. 4. 7776. S. TMeol. Poet.[1744] et Prof. Ordin.[1750) Aug. Bor. Regi a Conſiliis Eocleſiaſticis et Schol.[1773]) et ad dedem Cathedralem Pastor.[1763]
Lilienthal(717— 82), Sohn eines durch seine Schriften zur Geschichte Ostpreuſsens geschätzten Königsberger lutherischen Theologen, gehörte seit dem J. 1740 dem Lehr- körper der Königsberger Universität an, an der er einst als dreizehnjähriger Knabe seine Studien begonnen hatte. Nach Beendigung derselben hatte er während der Jahre 1736— 40 eine groſte„gelehrte Reise“ unternommen, die ihn durch Deutschland nach Jena und Tübingen, von da durch Holland nach England bis Oxford, zurück durch Holland und Norddeutschland auch nach Halle führte. An der Königsberger Universität begann er seine Tätigkeit mit Vorlesungen über Philosophie und Mathematik, ging dann aber i. J. 1746 zu seinem eigentlichen Fache, der Theologie, über. Inmitten des aufstrebenden Rationalismus blieb er ein Vertreter der alten strengen Orthodoxie bis an sein Lebens- ende. Den Standpunkt des Supranaturalismus verteidigte er auch in einem groſsen Werke, das schon i. J. 1750 seinen Anfang nahm und erst bei seinem Tode mit dem 16. Bande seinen Abschluſs erreichte:„Die gute Sache der in der heiligen Schrift alten und neuen Testaments enthaltenen göttlichen Offenbarung wider die Feinde derselben er- wiesen und gerettet“. Trotz seiner strenggläubigen Richtung genoſs er wegen seiner Pflichttreue, Menschenfreundlichkeit, Rechtschaffenheit und Duldsamkeit die gröſste Ver- ehrung und Zuneigung aller seiner Mitmenschen, seiner Kollegen und Zuhörer. Sein Kollege Kant, der ihm sonst nicht näher gestanden zu haben scheint, widmete ihm bei seinem Tode folgenden Ehrendenkspruch:
Was auf das Leben folgt, deckt tiefe Finsternis: Was uns zu tun gebührt, des sind wir nur gewiſs. Dem kann, wie Lilienthal, kein Tod die Hoffnung rauben, Der glaubt, um recht zu tun, recht tut, um froh zu glauben.
Es folgt der Literarhistoriker Pisanski(1725— 90), der vom Jahre 1759 an, wo er Bektor der Domschule am Kneiphof wurde, neben diesem Amte philosophische und historische Vorlesungen an der Universität hielt. Als er 1773 veranlalst wurde, seine akademische Tätigkeit auch auf die Theologie auszudehnen, lieſs er sich zwar zum Doktor der Theologie promovieren; eine Professur aber nahm er ebenso wenig als früher an. Als akademischer Lehrer erfreute er sich groſser Beliebtheit bei seinen Zuhörern. Zu diesen zählte nach dem Zeugnis der Einschrift auch Soermans, in dessen Stammbuch er sich mit derselben Sentenz aus Seneca einzeichnete, die ein Jahr vorher der Witten- berger Professor Daniel Wilhelm PTriller benutzt hatte:


