In dem ersten Teile unserer Arbeit(Programm des Königl. Kaiserin-Augusta- Gymnasiums zu Charlottenburg. Ostern 1902) haben wir Joh. Heinr. Soermans aus Danzig an der Hand seines Stammbuchs auf seiner Reise von Göttingen über Leipzig, Dresden. Prag nach Wien und Innsbruck in den Jahren 1774 und 1775 begleitet. An der Fortsetzung seiner Reise, die offenbar ihren Weg durch Deutschland nach Holland, der Heimat seiner Voreltern, nehmen sollte, wurde er, wie wir glaubten annehmen zu dürfen, durch den am 21. Dezember 1775 erfolgten Tod seines Vaters gehindert. Er kehrte nach Danzig zurück. Nach einigen Monaten sehen wir ihn seine Reisepläne wieder aufnehmen. Im April 1776 reiste er über Elbing nach seiner ersten Universitäts- stadt Königsberg, um seine früheren Lehrer zu besuchen. Im Sommer desselben Jahres wandte er sich nach Berlin, wo er einige Monate verweilte. Alsdann taucht er nach einigen Wochen in München auf, von wo er nun in Verfolgung seines ursprünglichen Planes seine Reise durch Mitteldeutschland und die Rheingegenden antritt mit Holland als dem letzten Ziel, das er im Juli 1777 erreicht. Wir wollen ihn nun zunächst nach Königs- berg und Berlin begleiten. Wir teilen alle Finschriften ohne Ausnahme in der Reihe, wie sie stattgefunden haben, mit. Wie früher wollen wir wiederum möglichst die Be- deutung der von ihm aufgesuchten Personen, die sie in dem achten Jahrzehnt des XVIII. Jahrhunderts an dem Orte ihre Wirksamkeit besafsen, und auch so weit möglich die Lebensumstände, unter denen er sie antraf, uns zu vergegenwärtigen suchen. Wir glauben, damit ein Kulturbild, wenn auch nur in einem sehr beschränkten Rahmen, von Berlin aus der zweiten Hälfte der Regierungszeit Friedrichs des Grolsen zu geben.
Königsberg, Donnerstag, 18. April— Sonntag, 21. April 1776. In Königsberg, das durch den Hohenzoller Albrecht, den ersten weltlichen Herzog
von Preuſsen, i. J. 1544 eine Universität erhalten hatte und seit 1701 die Krönungs- 1*


