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der Archimedeiſchen Sphären noch einen beſondern Blick zu werfen, indeß ſcheint es auch nicht überflüſſig, bei dieſem Punkte noch einen Augenblick zu verweilen.
Plutarch') redet von den Sphären Archimed's in der Mehrzahl, und die Worte Cicero's machen es zur Gewißheit, daß in Rom zwei verſchiedene Exemplare geſehen worden ſind. Ob Archimed auch ein drittes verfertigt gehabt, bleibt unbeſtimmt, wie⸗ wohl in den dichteriſchen Schilderungen eine große Verſuchung liegt, an ein drittes Exem⸗ plar zu denken, weil der in den Dichtungen beſchriebene Gegenſtand mit dem von Cicero beſchriebenen durchaus nicht in Uebereinſtimmung zu bringen iſt.
Aus dieſem Mangel an Uebereinſtimmung wird es übrigens wahrſcheinlich, daß, wie noch zu Cicero's Zeit eine neue Sphäre von Poſidonius verfertigt wurde, ſo auch nachher im Laufe der Zeit mehrere von andern kunſtſinnigen Männern nachgebildet worden ſind, obgleich keine derſelben namhaft gemacht iſt. A. Gellius') erwähnt nach Varros Schrift, pockeg, einer opcœoc xpiuiry, nennt aber ihren Urheber nicht.
In dieſen Umſtänden liegt der Grund, warum es unmöglich iſt, die Zeit zu ermitteln, wie lange ſich die Archimedeiſchen Himmelsgloben erhalten haben. Stimmten die Beſchrei— bungen, wenigſtens in den Hauptſachen, miteinander überein: ſo würde ſich aus der an⸗ zunehmenden Identität der beſchriebenen Sphären die Dauer ihres Vorhandenſeins von ſelbſt ergeben, während jetzt nicht einmal ein ſicheres Urtheil darüber geſtattet iſt, ob Ovid die Kunſtwerke des Syracuſaners vor Augen gehabt habe? Ovid's Angaben, auch das Dichteriſche abgerechnet, harmoniren nicht mit dem Berichte Cicero's und je weiter die Lebzeit ſpäterer Schriftſteller in das chriſtliche Zeitalter heraufreicht, deſto weniger iſt anzunehmen, daß ihre Angaben aus Selbſtanſchauung gefloſſen ſind, und dem Forſcher alſo die Verbindlichkeit, an Gleichnamigkeit der behandelten Sphären zu glauben, auf⸗ erlegen. Der Rame des großen Mathematikers, welcher vorangeſtellt iſt, kann daher eben⸗ ſowohl für das Merkmal einer Rachläſſigkeit von Seiten der Erzähler gelten, als für ein Aushängeſchild, wodurch der Mittheilung ein größeres Intereſſe verliehen werden ſoll, oder endlich für eine unfreiwillige Verwechſelung der Werke des Meiſters mit denen der Rachfolger, eine Verwechſelung, welche um ſo leichter ſtattfinden mochte, je mehr die wiſſenſchaftlichen
1) Plutarch. 1. I. c. 19. 2) Noet. Ait. IMI, 10.


