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die's nur der äußern Form nach iſt— und ihr habt, was ihr wünſcht. So oft ein Hutten, ein Luther, ein Leſſing der Ausländerei einen Stoß verſetzte, rückte unſer Volk in nationaler Entwickelung fort! Gehet hin und lernet und thut desgleichen!
Dazu alſo wollen wir dieſe Einführung in die deutſche Literatur vorzüglich mit gebrauchen, zur Bekämpfung aller Ausländerei und alles Niedrigen und Gemeinen in der Natur. Dem ernſten, zum Denken übergeneigten Norddeutſchen iſt eine äſthetiſche, poetiſche Erfriſchung gar wohlthätig und nöthig, ſie erſetzt durch die Phantaſte die arme ihn umgebende Sinnlichkeit. Sie verjüngt ihm das Leben und iſt überhaupt jetzt ein ſchönes Gegengewicht gegen die vorzugsweiſe materielle Richtung unſerer Zeit, eine Richtung, die von je der größte Feind nationaler Selbſtſtändigkeit war, deshalb von Lykurg aus Sparta verbannt, und als ſie in Athen, Sparta, Rom einzog, das Grab der Freiheit, Sittlichkeit und Volksthümlichkeit. Dieſe Kenntniß iſt nächſt der Religion der Lehrſtoff, der die ſittlichen Kräfte am meiſten zu einer edlen Thätigkeit ruft. Darum muß ſie auch in der Schule mit Anſtrengung getrieben werden, wie ſchon oben geſagt wurde, damit, wie bei allem Unterrichte, der Geiſt ſich übe, eingeengt werde, ſtraff bleibe, ſich zu feſtem Willen kräftige, ſich nicht etwa durch Leſerei in eine uferloſe Breite verliere, etwa in die Schwärmerei der Genuß⸗ und Zerſtreuungsſucht, die mit Tages⸗ begebenheiten äugelt und haſcht nach dem, was den Geiſt kitzelt. Das iſt ein verwöhnendes, ent⸗ kräftendes Treiben! Aber die löbliche Schwärmerei, die Begeiſterung, die ſoll der Jugend werden. Dem Manne ziemt mäßige beſonnene Liebe, nicht ſo ſei die Liebe der Jugend. Laßt ihr doch immerhin eine Zuthat des Irrthums, aber es ſei einer, der dem Herzen zur Ehre gereicht. Armer Menſch, der die Begeiſterung nur von Hörenſagen kennt, der wohl gar vom Enthuſiasmus der Niederträchtigkeit beſeelt iſt und die Begeiſterung höhnt! Der Mann, zu Thaten berufen, ſei jederzeit beſonnen auch in ſeiner Liebe und Verehrung, aber der Jugend werde jene Schwärmerei des Herzens gegönnt, die um die gemeine Wirklichkeit der Dinge den goldenen Traum der Morgenröthe windet. Welcher Unterrichtsgegenſtand wäre geeigneter, dieſen edlen Seelenenthuſiasmus in der Jugend zu nähren, als wenn wir ſie nähren mit der köſtlichſten Geiſtesnahrung, die es für Deutſche giebt. Damit vernichten wir zugleich jene Präcocität,(ausländiſche Erfindung— ausländiſches Wort, wie noch einiges in dem Folgenden) die den Unterſchied zwiſchen Bildung und Roheit, zwiſchen Talent und dem gemeinen Geiſte, zwiſchen reifem und unreifem Alter nicht will gelten laſſen. Dieſe Begeiſterung vernichtet zugleich jene Plebejität in Geſinnung und Sitte, die in Haß entbrennt gegen Alles, was groß und edel und ſchön heißt, dem ſie keine Exiſtenz gönnt, noch viel weniger eine Herrſchaft. Solche Gemeinheit der Geſinnung wächſt im Schooße der Bildung ſelbſt mit auf, aber wie eine Schmarotzerpflanze mit dem Baume, um ihn zuletzt auszuſaugen. Iſt der gewöhnliche Menſch eines höhern Aufſchwunges nur ſelbſt unfähig, und gegen das Edle, Große, Schöne nur gleichgültig: ſo ſteht der plebeje Menſch dem allen feindſelig gegenüber, als erklärter, geſchworner, grimmiger Feind, und wird allem, was Begeiſterung heißt, mit Hohngelächter, oder Verfolgung entgegentreten, wird jede edlere Bildung, die etwa nicht broderwerbend iſt, eiteln Müßiggang, jede innere Demuth und Frömmigkeit verächtliche, oder haſſenswerthe Heuchelei ſchelten. O darum wollen wir die Jugend zu den Männern führen, die alle den wahrhaft ehrenvollen Herzensſtimmungen Worte gegeben, und für dieſelben gegen jede Gemeinheit ſo muthig gekämpft haben, daß ſie an die Wahrheit des Großen und


