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Deutſchlands großen Geiſtern vorhalten gegen den Reiz der Ausländerei. Sie ſoll es wiſſen und fühlen, daß in dieſen Worten, die auch ihre Herzen erwärmen, Männer deutſcher Zunge ihr heiligſtes Gefühl, ihre edelſten Geſinnungen ausgeſprochen, den ganzen Reichthum deutſchen Geiſtes entfaltet haben. Solche Gemeinſamkeit giebt Selbſtvertrauen im Bewußtſein idealer Einheit, die bei aller ſtaatlichen Vielſpaltigkeit vor allen Dingen in unſerer Literatur einen Halt hat, denn ſie allein konnte über das ganze Vaterland eine Republik der Gebildeten vereinen; und daß ſie in immer größeren Kreiſen die Herzen dazu werbe, iſt unſere und unſerer Schüler Aufgabe. Wenn ſich aber Menſchen in ehrenhafter Gemeinſchaft ſehen, wenn ſie ſelbſt einen tüchtigen Gehalt in ſich beſitzen, für jedes Ding den klarſten ſchlagendſten Ausdruck beherrſchen, da wird ihr Herz ſpröde gegen die verlockenden Eindrücke des Auslandes, die nur den übermannen, der in ſich ſelbſt den Werth ächter Nationalität nicht entgegen zu ſetzen hat. Noch weniger wird der, der nun eine gebildete, mithin bewußte Kenntniß des zu Achtenden beſitzt, ſich an das nicht Achtungswerthe wegwerfen, dergleichen aus den hungrigen Ueberſetzungsfabriken nicht zu deutſchen Volkes Ehre, nicht zu deutſchen Sinnes Erhöhung, aber um Geldgewinn maſſenweiſe zugeführt wird. Dieſe löbliche Sprödigkeit gegen ausländiſches Weſen, dieſes bei und auf ſich ſelbſt Verharren eines Volkes und ſich Begnügen am Eignen, wenn es innern Werth hat, rechne ich zu den erſten Eigenſchaften eines Volkes von Bedeutung. Seine höheren, ſeine ſittlichen Güter ſoll ein Volk ſelbſt mit pedantiſcher Eiferſucht wahren, es ſoll nicht ein allauf⸗ nehmiger Allerweltsmann ſein. Denn wenn ein Volk recht gründlich will zu Grunde gehen, falle es nur von ſich ſelber ab, und es iſt vernichtet; es gebe ſeine Sitte, ſeine Sprache auf, und es hat auch ſeine eigne Wahrheit, ſeine eigne Religion, ſein eignes Selbſt, ſeine nationale Fortentwickelung aufgegeben, um mit geringerem oder größerem Glücke eine Comödiantenrolle zu ſpielen, wozu ein anderes Volk den Tert ſchrieb. Da es aber doch aus ſeiner Haut nicht heraus kann: ſo wird es ein ungluͤckliches Zwittervolk. Am ſchlimmſten iſts, wenn ſchon in den Kinderſtuben ſolcher Baalsdienſt getrieben wird, wenn da ſchon das empfängliche Ohr Töne ſchwirren hört, wozu ihm die Mutter das Organ in Herz und Ohr nicht mitgegeben. Der deutſch Geborne, in Deutſchland Lebende hat nur in der deutſchen Sprache das Mittel naturgemäßer, nicht heuchleriſcher Entwickelung. Wir haben von einem ſolchen Unglück zu ſingen und zu ſagen, und Gott ſei Dank, wir haben es großentheils überwunden.
Wir Deutſche ſollen daran denken, wir Lehrer ſollen es in allen Schulen predigen:„Hütet euch vor der Ausländerei.“ Unſere Geſchichte hat ſolche Blätter, bei denen wir erröthen müſſen! Wie viel geben uns die Namen der Sachſen, der Salier, der Hohenſtaufen, der Habsburger, der Hohenzollern in dieſer Beziehung zu bedenken. Und wenn euch das Ausland Freuden, Schätze, Kronen, ja ſelbſt wenn ihr unterdrückt wärt, die Freiheit ſchenken wollte, nehmt ſie nicht an timeo Danaos et dona ferentes.*) Auch die Griechen weinten einſt vor Freuden und Dank, als ihnen die Römer das maccdoniſche Joch zerbrochen und die Freiheit geſchenkt hatten;— wie mögen die Römer über dieſe Kinder gelacht haben— aber bald weinten ſie vor Herzeleid, als alle ihre Edeln im Kerker zu Rom ſchmachteten und merkten, wie ein Eroberungsvolk Freiheit ſchenke. Bildet euch von Jugend auf und arbeitet euch empor zu wahrer deutſcher Männlichkeit— nicht erborgter,
*) Eine Bemerkung wozu mich des edeln Grafen Potocki„Metamorphose de Polonais en Français du Nord. Bruxelles 1845“˙ veranlaßte, habe ich unterdrückt.
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